Die Pläne für das LKH Bad Aussee sorgen in der Region für Empörung. Die Chirurgie soll noch im ersten Halbjahr abgezogen werden, auch ein OP-Stopp ließ die Wogen hochgehen. Am Donnerstagabend trafen ÖVP-Landesrat Karlheinz Kornhäusl und FPÖ-Klubobmann Marco Triller Vertreter der Region. Danach hieß es von Triller: „Sämtliche Unklarheiten konnten vollständig ausgeräumt werden.“
Das LKH Bad Aussee wird zwar nicht geschlossen (das wäre bei den ursprünglichen Leitspital-Plänen der Fall gewesen), doch die Region befürchtet eine Degradierung zum „besseren Altenheim“. Grund: Die interne Abteilung und die Chirurgie werden abgezogen, geplant ist eine Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation sowie eine 24-Stunden-Ambulanz.
Seit Monaten gehen die Wogen hoch, sogar eine Demonstration in Graz fand statt. Zuletzt sorgte auch der von der Kages-Spitze verordnete Stopp für geplante orthopädische Operationen für Aufregung.
Treffen in „konstruktiver Atmosphäre“
Nun scheint die aufgeheizte Stimmung etwas beruhigt. Donnerstagabend kamen ÖVP-Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl und FPÖ-Klubobmann Marco Triller ins Rathaus Bad Aussee und trafen sich dort mit den Bürgermeistern Thomas Schönauer (Bad Aussee) und Herbert Hansmann (Bad Mitterndorf) sowie mit Herbert Angerer, Sprecher des Forums Pro LKH Bad Aussee. Nach 23 Uhr kam eine gemeinsame Aussendung über die Landeskommunikation.
Darin hieß es, dass das Treffen in einer „konstruktiven Atmosphäre“ stattgefunden habe. Es sei klar, dass die anstehenden Veränderungen zu Sorgen und Ängsten in der Region führen. „Es geht nun darum, jenes Vertrauen in die Versorgungssicherheit zurückzugewinnen, das in den vergangenen Jahren zum Teil verloren gegangen ist“, sagt Kornhäusl.
.Es geht nun darum, jenes Vertrauen in die Versorgungssicherheit zurückzugewinnen, das in den vergangenen Jahren zum Teil verloren gegangen ist.
Landesrat Karlheinz Kornhäusl
Kein Mitarbeiter wird gekündigt
„Es ist äußerst erfreulich, dass sämtliche Unklarheiten vollständig ausgeräumt werden konnten“, meinte gar Triller. Konkret wurde von der Landespolitik bekräftigt, dass der Notarztstützpunkt in Bad Aussee gesichert sei. Das Krankenhaus bleibt rund um die Uhr geöffnet, Ärzte nehmen eine Ersteinschätzung und -behandlung vor. Kein Mitarbeiter wird gekündigt, es wird mit allen persönliche Gespräche über die berufliche Zukunft geben.
Erneut betont wurde, dass die Chirurgie erst dann nach Rottenmann absiedelt, wenn der Kooperationsvertrag mit Oberösterreich – dem Klinikum in Bad Ischl – in Kraft ist. Eine Einigung soll im ersten Halbjahr erfolgen, der frühestmögliche Zeitpunkt ist der 1. April.
Patienten ab 65 Jahren im Fokus
In Bad Aussee laufen die Vorarbeiten für den Aufbau einer neuen Akutgeriatrie und Remobilisation. Das CT-Gerät und das Labor bleiben vor Ort. „Das Leistungsspektrum wird im Großen und Ganzen jenes der bestehenden Abteilung für Innere Medizin darstellen, jedoch speziell auf die Bedürfnisse von Patienten ab 65 Jahren abzielen“, heißt es. Eine Aufstockung der Kapazitäten sei in weiterer Folge denkbar. In die Nachnutzung von Räumlichkeiten, die nicht mehr benötigt werden, sollen die Verantwortlichen der Region eingebunden werden.
Das sagen die Vertreter der Region
„Im heutigen Termin konnten in vielen offenen Fragen , die uns und die Bevölkerung des Ausseerlands beschäftigt haben, Klarheit geschaffen werden“, meinten die Bürgermeister Schönauer und Hansmann. Und Herbert Angerer vom Forum Pro LKH Bad Aussee meint: „Ich bin froh, dass es mit der Politik zu diesem Gespräch auf Augenhöhe gekommen ist. Nach aktuellem Stand können wohl mehr als 90 Prozent der bisherigen internistischen Fälle auch in Zukunft im Department für Akutgeriatrie und Remobilisation behandelt werden. Landesrat Kornhäusl wird uns bei der Entwicklung eines chirurgischen Alternativmodells unterstützen. Er hat außerdem die Etablierung eines breiten tagesklinisch/ambulanten Angebots am Standort zugesagt. Wir sind mit den geschlossenen Kompromissen nur dann einverstanden, wenn diese am Standort LKH Bad Aussee umgesetzt werden.“
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