Arbeits-, obdach – und mittellos. Da drohte der 32-jährige Angeklagte seinen Eltern mit Gewalt, sollten diese ihm nicht 5000 Euro geben. Aus Angst vor ihrem Sohn erstatteten sie Anzeige. Am Dienstag wurde der Bösewicht am Landesgericht Feldkirch verurteilt.
Schon in der ersten Verhandlung hatte der Beschuldigte keinen Hehl daraus gemacht, mit der Verwandtschaft zerstritten zu sein. „Ich bin froh, wenn ich keinen von denen sehe“, ließ er die Richterin damals wissen. Am Dienstag war es dann umgekehrt. Eltern und Bruder des 32-jährigen Angeklagten erschienen als Zeugen. Dafür fehlte der Beschuldigte. Dieser war mit einer Verurteilung in Abwesenheit einverstanden und wurde wegen Nötigung zu einer bedingten Haftstrafe in Höhe von vier Monaten und zur Zahlung von 720 Euro verurteilt. Laut früherer Aussagen des Beschuldigten hatte dieser nicht nur 75.000 Euro Schulden bei der Bank. Ende vergangenen Jahres verlor er zudem seinen Job und die Wohnung.
„Er soll uns einfach in Ruhe lassen“
Da er mit seiner Familie und dem Rest der Verwandtschaft ohnehin zerstritten war, lebte der schwer depressive Mann wochenlang als U-Boot in Vorarlberg. Am 30. Dezember suchte er schließlich seine Eltern auf und forderte unter Androhung von Gewalt 5000 Euro. Aus Angst vor Repressalien kam der Vater der Forderung nach, erstattete jedoch Anzeige bei der Polizei. In der Verhandlung am Dienstag wollten Eltern und Bruder dann doch nicht gegen den Angeklagten aussagen. „Er soll uns einfach in Ruhe lassen“, bat der Vater die Richterin.
Dabei kam zutage, dass der Sohnemann, der mittlerweile in einer Notschlafstelle in Dornbirn wohnt, bereits wegen Verstoßes gegen das Suchtmittelgesetz, Einbruchsdiebstahls und Betrugs verurteilt wurde. Auch der Prozess am Dienstag endete mit einem Schuldspruch und dem vierten Eintrag im Strafregister.
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