Eine dreifache Mutter (37) ist tot – niedergestochen von ihrem 31-jährigen Ehemann, gegen den kurz zuvor ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen worden war. Der Täter richtete sich nach der Bluttat selbst. Der genaue Tatzeitpunkt konnte im Zuge der Obduktion nicht genau ermittelt, aber zumindest näher eingegrenzt werden. Mittlerweile ist auch bekannt, wo sich die Kinder der Frau aufgehalten hatten.
In einem Wohnhaus im Innsbrucker Olympischen Dorf war es in der Nacht auf Sonntag zu der schrecklichen Bluttat gekommen. Opfer und Täter waren verheiratet. Gemeinsame Kinder hatten sie keine. Die 37-jährige Einheimische hatte aber drei Kinder in die Beziehung mitgebracht – zwei von ihnen (6 und 8 Jahre) wohnten bei ihr, der älteste Sohn lebte beim leiblichen Vater.
Rasende Eifersucht als mögliches Motiv
In der Ehe der 37-jährigen Einheimischen und des 31-jährigen Türken lief es offenbar schon länger nicht mehr rund. Seit etwa einem Jahr soll es auch immer wieder zu Gewalt gekommen sein. Die Frau soll von ihrem Gatten öfter geschlagen und bedroht worden sein. Wahrscheinliches Motiv: Eifersucht!
Auch am Samstagabend war es wieder einmal zu einem heftigen Streit gekommen – der letztlich zu einem Polizeieinsatz in der Wohnung des Paars in der Schützenstraße führte. Die Beamten nahmen den 31-jährigen Ehemann mit auf den Posten und sprachen dort schließlich um 23.15 Uhr ein Betretungs- und Annäherungsverbot gegen ihn aus.
Missachtung von Verbot als Todesurteil
Davon zeigte sich der Türke offenbar unbeeindruckt. Und das war das Todesurteil für die Frau. Der 31-Jährige kehrte noch in derselben Nacht in die Wohnung zurück und brach die Eingangstür mit Gewalt auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau noch flüchten wollte. Ohne Erfolg ...
Auch im Zuge der Obduktion konnte aufgrund der äußeren Gegebenheiten kein genauer Todeszeitpunkt ermittelt werden.

Chefermittler Philipp Rapold, LKA Tirol
Bild: Johanna Birbaumer
Am Sonntagvormittag, gegen 9 Uhr, fand eine Streife der Innsbrucker Kripo, die nach dem Rechten sehen wollte, die beiden Leichen. Der 31-jährige Türke dürfte seine Frau mit einem Küchenmesser erstochen und sich anschließend selbst das Leben genommen haben.
Polizei sah „keine Fremdgefährdung“
Der 31-Jährige hatte sich am Vorabend den Beamten gegenüber „ruhig und kooperativ“ verhalten, sagte Rapold auf die Frage, ob die Verhängung einer Untersuchungshaft erwägt worden sei. Außerdem habe er die Vorwürfe bestritten. Im Zuge der Amtshandlung sei „keine Fremdgefährdung festgestellt“ worden. Man habe die ausgesprochenen Drohungen allerdings sehr wohl ernst genommen, hieß es. Mit der Staatsanwaltschaft sei das Vorgehen nicht abgesprochen worden.
Bluttat wohl in den frühen Morgenstunden
Wann genau es zu dem Blutbad gekommen war, ist nach wie vor unklar. „Auch im Zuge der Obduktion konnte aufgrund der äußeren Gegebenheiten kein genauer Todeszeitpunkt ermittelt werden“, erklärte Chefermittler Philipp Rapold vom Landeskriminalamt Tirol am Dienstag auf „Krone“-Nachfrage. Nachsatz: „Es dürfte in den frühen Morgenstunden passiert sein“.
Mussten Kinder Blutbad mitansehen?
Noch eine brennende Frage blieb bisher unbeantwortet vonseiten der Ermittler: Wo waren zum Tatzeitpunkt die beiden Kinder der Frau, die ja bekanntlich bei ihr gelebt hatten. Mussten sie das Blutbad womöglich mitansehen? „Nein“, erklärte Chefermittler Rapold: „Die zwei Kinder waren zum Tatzeitpunkt bei ihrem leiblichen Vater.“

Das Landeskriminalamt Tirol führt in diesem schrecklichen Fall noch weitere Ermittlungen durch. Unter anderem stehen noch Befragungen im Umfeld der beiden Toten an. Die Kinder bleiben vorerst beim leiblichen Vater.
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