Die angespannte Lage im Nahen Osten hat auch direkte Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Vorarlberg. Da die Region ein Hauptlieferant für Öl und Gas ist, haben die Spannungen zu einem Preisanstieg bei fossilen Energieträgern geführt – das bekommen auch die Vorarlberger Bauern an der Zapfsäule zu spüren.
Gerade im Frühjahr trifft diese Preissteigerung die Landwirte besonders hart, denn mit dem Ende der Vegetationsruhe müssen die Wiesen und Äcker vorbereitet werden. Traktoren sind im Dauereinsatz, um Gülle auszubringen und die Saat vorzubereiten – das verbraucht enorme Mengen an Diesel. Auf günstigere Preise können die Bauern nicht warten – sie müssen tanken, egal, wie hoch der Preis ist, um die Ernte des Jahres zu sichern. „Pro Betrieb können schnell Mehrkosten im höheren vierstelligen Bereich entstehen“, rechnet Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger vor.
Auch Preise für Dünger schießen durch die Decke
Auch in Hinblick auf die Düngemittel müssen die Landwirte tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für Mineraldünger sind untrennbar mit den Energiekosten verknüpft, da für die Herstellung von Stickstoffdünger Erdgas nicht nur als Energiequelle, sondern auch als chemischer Grundstoff benötigt wird. Steigen die Gaspreise aufgrund internationaler Krisen zu stark an, drosseln Düngemittelhersteller zudem ihre Produktion, was das Angebot verknappt und die Preise zusätzlich nach oben treibt.
Angesicht all dieser Belastungen fordert Josef Moosbrugger ein schnelles Entlastungspaket, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten: Zum einen sollten die Mineralölsteuerrückvergütung sowie ein Ausgleich für die CO₂-Abgaben zumindest vorübergehend wieder eingeführt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Familienbetriebe zu sichern. Zum anderen wünscht sich der Präsident eine Erleichterung bei den Düngemittel-Importen. So würde eine vorübergehende Aussetzung des CO2-Grenzausgleichs auf EU-Ebene die Preise für Importe aus Drittländern dämpfen.
„Die jetzige Entwicklung zeigt, wie wichtig es ist, auf eine eigenständige Lebensmittelproduktion zu setzen, um sich unabhängig von der Weltwirtschaft zu machen“, betont Moosbrugger im Gespräch mit der „Krone“. Zudem müsse das Augenmerk auf der Energieautonomie liegen. Diesbezüglich müssten geplante Gesetze schneller umgesetzt werden, um die heimische Landwirtschaft unabhängiger von fossilen Importen aus Krisenregionen zu machen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.