„Von Nachbarn bedroht“

Serbien kaufte chinesische Hyperschallraketen

Außenpolitik
15.03.2026 12:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nun dürfte das Rätsel um verdächtige Transportflugzeuge aus China in den vergangenen Monaten gelüftet sein. Vor wenigen Tagen hat Serbiens Präsident Aleksandar Vučić bestätigt, dass sein Land im Besitz mehrerer chinesischer Hyperschallraketen ist. Dies sorgt für erhebliche Verstimmungen in den benachbarten Staaten.

„Die CM-400AKG sind teuer und wirksam, wir haben einen kleinen Preisnachlass erhalten“, sagte Vučić am Donnerstagabend im serbischen Fernsehen. Der Staatschef erklärte weiters, dass er wegen eines Militärbündnisses zwischen Kroatien, Albanien und dem Kosovo besorgt sei.

In den vergangenen Tagen haben bereits mehrere Militärblogger Fotos von serbischen Kampfjets, die bereits mit den chinesischen Raketen ausgerüstet sind, gepostet:

Vučić: „Sie warten einen bestimmten Augenblick ab“
Das Militärbündnis zwischen den drei Westbalkanstaaten sei nur deswegen gebildet worden, um Serbien „zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft“ anzugreifen. „Sie werden einen Augenblick abwarten, wenn ein größerer Konflikt zwischen den Europäern und den Russen ausbricht und der Konflikt im Nahen Osten noch größer wird“, so Vučić. Er schloss gleichzeitig einen möglichen Angriff auf NATO-Staaten völlig aus, ebenso eine Mitgliedschaft Serbiens in der westlichen Allianz.

Der Präsident beschuldigte Kroatien einer „brutalen Einmischung“ in die inneren Angelegenheiten Serbiens im Hinblick auf die Protestwelle in Serbien nach dem Einsturz des Bahnhofvordaches in Novi Sad, bei dem am 1. November 2024 16 Personen ums Leben gekommen waren. Die „wichtigste logistische Unterstützung“ sei aus Kroatien gekommen, so der Präsident. Kroatien würde auch gegenwärtig die „negativste Kampagne“ gegen Serbien führen. Serbiens Außenministerium hatte kürzlich Kroatien als einzigen von 28 Staaten Europas unter jene Länder eingestuft, in die serbische Bürger „nur in ganz dringenden Fällen“ reisen sollten.

Die Hyperschallrakete CM-400AKG

Es handelt sich um eine Luft-Boden-Rakete, die eine Mindestreichweite von bis zu 400 Kilometern hat. Die Rakete kann entweder mit einem 150 Kilogramm schweren Splittergefechtskopf oder einem 200 Kilogramm schweren panzerbrechenden Gefechtskopf ausgerüstet werden. Die Rakete ist 5,1 Meter lang und hat einen Durchmesser von 400 Millimetern. Kein einziges NATO-Land verfügt dem Vernehmen nach derzeit über eine vergleichbare Waffe. 

Kroatien: Militärkooperation nicht gegen Serbien gerichtet
Der kroatische Regierungschef Andrej Plenković widersprach den serbischen Angaben und betonte, dass die militärische Kooperation mit Albanien und dem Kosovo nicht gegen Serbien gerichtet sei. Die Regierung in Zagreb warnt vor einer Gefahr für die Stabilität auf dem Balkan. Kosovos Verteidigungsminister Ejup Makedonci sprach in einem Radiointerview von hegemonialen Bestrebungen Serbiens gegenüber seinen Nachbarn.

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