Die serbische Regierung wirft Kroatien, Albanien und dem Kosovo, die vor Kurzem eine engere militärische Kooperation verkündet haben, eine Gefährdung der Stabilität am Balkan vor. Nun reagiert Belgrad mit einem eigenen „Militärbündnis“ mit Ungarn auf die jüngsten Entwicklungen.
Am Dienstag unterzeichneten die Verteidigungsminister der beiden Staaten im Beisein von Präsident Aleksandar Vučić ein Abkommen, das unter anderem deutlich mehr gemeinsame Militärübungen vorsieht. Beide Länder wollen „die Annäherung aller unserer Positionen im Verteidigungsbereich weiter (...) beschleunigen und vorantreiben“, schrieb Vučić dazu auf seinem Instagram-Kanal.
Man steuere auf ein „bilaterales Militärbündnis oder eine Militärunion“ zu, sagte der rechtskonservative Staatschef nach Angaben des regierungsnahen serbischen Portals „Politika“. Ungarn sei das Land in der Region, mit dem Serbien am intensivsten militärisch kooperiere, fügte der Präsident hinzu. Für Ungarn sei Serbien wiederum der wichtigste bilaterale militärische Partner, der weder Mitglied der NATO noch der EU ist, sagte Ungarns Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky.

Beide Staaten unterhalten gute Kontakte zu Russland
Neben den intensiveren gemeinsamen Manövern mit Fokus auf Marineausbildung, multinationale Kampfausbildung für freiwillige Reservisten und Gewehrschützenausbildung sind auch gemeinsame Rüstungsbeschaffungsprogramme vorgesehen.
Beobachter in der Region sehen die Kooperation zwischen Serbien und Ungarn mit Sorge. Vučić und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán pflegen gute Beziehungen zu Russland. Kritiker werfen beiden einen autoritären Regierungsstil vor.
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