Mordversuchsprozess

Opfer (25) nach Messerangriff: „Wir lieben uns“

Gericht
13.03.2026 16:17

Die 25-Jährige wäre am 11. September beinahe verblutet – weil ihr Freund ihr zweimal in den Bauch stach. Der junge Wiener spricht von einer Art Notwehr, die Frau sorgt im Landl für große Verwunderung: „Ich hätte sowas nie erwartet. Wir lieben uns eigentlich.“ Dabei war die Polizei regelmäßig bei dem Paar im Einsatz. Jetzt muss er sechs Jahre in Haft.

Es ist ein Vorzeigebeispiel für die Täter-Opfer-Umkehr, das ein 25-Jähriger im Wiener Landl den Geschworenen präsentiert. Der Österreicher sitzt dort, weil er am 11. September seine Freundin fast getötet hätte. In einem Streit versetzte er der Gleichaltrigen zuerst Schläge gegen das Gesicht, sodass ihre Augenhöhe brach. Dann habe er ein Messer gezückt.

Streit über Therapie?
Zweimal stach der Arbeitslose der jungen Frau in den Bauch, beinahe verblutete sie. Jetzt präsentiert der Angeklagte eine Art Notwehrsituation: „Ich habe angesprochen, dass ich eine Therapie machen will, damit wir normale Menschen werden.“ Beide sind schwer drogensüchtig. „Sie hat gesagt, sie braucht das nicht“, erklärt der 25-Jährige den Anfang der Auseinandersetzung.

„Aus Angst, Messer geradeaus bewegt“
Dann: „Sie hat auf mich eingestochen. Es ist alles so schnell passiert. Ich hatte Angst um mein Leben.“ Da hatte er auch schon das Küchenmesser selbst in der Hand. „Dann habe ich aus Angst, ich war auch im Schock, einfach das Messer zweimal geradeaus bewegt“, umschreibt der Wiener die Stiche, konzentriert sich aber hauptsächlich auf seine Verletzungen – einige oberflächliche Kratzer. 

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Ich hätte sowas nie erwartet. Wir lieben uns eigentlich.

Opfer im Wiener Landl

Im Zeugenstand nimmt die zierliche 25-Jährige Platz. Auch sie scheint eine verdrehte Sicht auf die Ereignisse zu haben: „Ich hätte sowas nie erwartet. Wir lieben uns eigentlich.“ Dabei war die Beziehung von Gewalt gezeichnet. „Es kam immer wieder zu Anzeigen und Polizeieinsätzen“, so die Staatsanwältin. Wohl auch ein Grund, warum die Nachbarn im September so schnell die Polizei alarmierten – nur deshalb überlebte die junge Frau. Sieben Tage lag sie im Koma.

Und trotzdem orten die Geschworenen keinen Mordversuch. Sie verurteilen den Mann zu sechs Jahren Gefängnis wegen absichtlich schwerer Körperverletzung, nicht rechtskräftig. 

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