Ein Vergleich hilft beim Erfassen der Summen: Würden die monatlichen Mietzahlungen der Wiener in die Stadtkasse fließen, wäre das gewaltige Budgetdefizit in nur dreieinhalb Jahren getilgt. Auch sonst ist Wiens Wohnlandschaft vom Rest des Landes abgekoppelt, belegen neue Daten der Statistik Austria.
Bereits zehn Euro und zehn Cent pro Quadratmeter zahlt man monatlich für eine durchschnittliche Wiener Mietwohnung. 2,60 Euro davon entfallen auf Betriebskosten. Bei fast einer Dreiviertelmillion Hauptmietwohnungen in der Bundeshauptstadt macht das allein an monatlichen Mietüberweisungen 366 Millionen Euro pro Monat bzw. 4,4 Milliarden Euro jährlich aus – Betriebskosten noch gar nicht mitgerechnet.
Nur in Wien gibt es vor Mietsteigerungen kein Entkommen
Dass die monatlichen Wohnkosten für Mieter in Salzburg, Tirol und Vorarlberg um bis zu 1,80 Euro pro Quadratmeter höher sind, platziert Wien nur auf den ersten Blick im Mittelfeld, denn dort ist Wohnen zur Miete ein Minderheitenprogramm: So können beispielsweise jedem zweiten Salzburger Mietkosten egal sein, weil er Eigentümer eines Hauses oder zumindest einer Wohnung ist. Noch höher ist der Eigentümeranteil in Tirol und Vorarlberg.
In Wien dagegen wohnt nur in jeder sechsten Wohnung ein Eigentümer, und Hausbesitzer darf sich überhaupt nur jeder Zwanzigste nennen. Das hat Folgen für das gesamte Stadtgefüge. Während sich die Belastung des Haushaltsbudgets durch Mietkosten in anderen Bundesländern aufgrund der verschiedenen Wohn-Rechtsformen nivelliert, schlagen Mietsteigerungen in Wien in Ermangelung von Alternativen voll durch: Vier von zehn Wienern fühlen sich durch die Wohnkosten aktuell stark belastet, nur zwei von zehn können sie problemlos stemmen.
In den vergangenen zehn Jahren sind die monatlichen Mietkosten in Wien im Schnitt um 166 Euro gestiegen – inklusive Gemeindewohnungen. Wie das Preisniveau ohne sie aussähe, lassen die Quadratmeterpreise aus Salzburg, Tirol und Vorarlberg erahnen. Und gerade die zuletzt auf der Klausur der Wiener SPÖ bekannt gegebenen Pläne lassen in diesem Bereich dunkle Gewitterwolken aufziehen: Das Programm „Gemeindebau neu“ ist in seiner bisherigen Form beinahe schon abgearbeitet: Zu 5700 Wohnungen, die fertig oder fast fertig sind, kommen demnach noch maximal 1000 dazu.
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