Zur Halbzeit der 10.000-Schritte-Challenge ein Geständnis gleich vorweg: Meine Bilanz ist durchwachsen. An manchen der vergangenen Tage war es mir unmöglich, auf die nötigen Schritte zu kommen, an anderen schaffte ich mehr. Dennoch kann ich ein Erfolgserlebnis verzeichnen: Die Entdeckung einer „Geheimwaffe“, um angenehm in Bewegung zu kommen.
Schon am ersten Tag zu versagen, ist peinlich, passierte aber genau mir. Mit größter Motivation drehte ich in der Mittagspause meine Runde – 3400 Schritte –, um am Nachmittag spektakulär nachzulassen. Die Couch hatte nach einer anstrengenden Arbeitswoche ganz einfach größere Anziehungskraft und so schloss ich den Tag mit insgesamt 8000 Schritten.
Krankheiten entgehen
Gut, dass der größte Gesundheitseffekt ohnehin bereits mit rund 7000 (regelmäßigen!) Schritten zu erreichen ist, wie große Studien belegen. Das Risiko für vorzeitigen Tod, Demenz, Depressionen sowie Diabetes und auch für manche Krebsarten lässt sich so bewiesenermaßen eindämmen. Über diese Zahl hinauszugehen, flacht den Effekt ab. Mehr Bewegung schadet natürlich niemals, der gesundheitliche Zusatznutzen ist jedoch überschaubar.
Diese Erkenntnis nutzend, konnte ich besser verkraften, dass sich mein Samstag ebenfalls nicht sehr sportlich gestaltete. Auf nur 6000 Schritte brachte ich es an diesem Tag, obwohl ich indoor viel aufräumte und Kästen neu sortierte. Auch parkte ich am Abend das Auto absichtlich etwas weiter weg vom Zielpunkt. Aha-Effekt: Die Challenge nebenher „laufen zu lassen“ bringt kaum Effekt, man muss die Bewegung bewusst einplanen.
Diese berühmte „goldene Zahl“ basiert nicht auf wissenschaftlichen Daten, sondern stammt aus einer Marketingkampagne eines japanischen Schrittzählerherstellers aus den 1960er‑Jahren („Manpo‑kei“ = 10.000‑Schritte‑Zähler). Heute weiß man, dass bereits 7000 Schritte täglich deutliche Effekte auf den Körper haben.
Bewegung muss Spaß machen
Gut, dass das Wetter am Sonntag mitspielte! Um einen ausgedehnten Spaziergang für die ganze Familie interessanter zu gestalten, stellte ich ihn unter das Motto „Bärlauch pflücken“ und Spielplatz-Runde. Und das lohnte sich: 12.000 Schritte kamen bei Sonnenschein und viel Spaß auf meine Liste.
Der Montag gestaltete sich ebenso energiegeladen: Die Mittagspause ließ sich bei Sonnenschein wieder gut für einen Spaziergang nutzen und am Abend entdeckte ich die ultimative „Geheimwaffe“ zum Schrittesammeln, nämlich Shopping. Wer von Teenagern durch ein Einkaufszentrum gejagt wird, sammelt automatisch tausende Schritte: 11.500 konnte ich insgesamt ergattern, um genau zu sein. Und eigentlich ganz nebenbei.
Bewegung als „Me-Time“
Am Dienstag machte mir die Arbeit mit diversen Terminen einen fetten Strich durch die Schritte-Rechnung. Doch ich konnte mich am frühen Nachmittag freischaufeln und eine halbe Stunde für diese „Me-Time“ freispielen. Denn gerade an hektischen Tagen macht eine bewegte Pause einen deutlichen Unterschied in der Stressresistenz.
Da ich schließlich noch mein Auto zu Fuß von der Werkstatt abholen musste, sammelte ich weitere Schritte, ebenso im Supermarkt sowie beim Abliefern und Entladen sperriger Dinge auf dem Müllplatz. Merke: Hat man viele mühsame Dinge zu erledigen, sammeln sich die Schritte fast von allein. Immerhin zeigte meine Uhr am Ende eines anstrengenden Tages 10.500 an.
Als Erkenntnis konnte ich mitnehmen: Ohne die bewegte Mittagspause kommt man an einem Arbeitstag nur sehr schwer auf die geforderten Schritte, wenn man nicht am Abend noch eine Stunde durch die Nachbarschaft stapfen, sich im Fitnesscenter aufs Laufband stellen oder sich ein Walking-Pad für einen „aktiven“ Fernsehabend zulegen möchte.
Und so weit, mein Wohnzimmer mit diesem Gerät zu verstellen, bin ich bislang nicht (und auch die Familie hat ein Veto eingelegt). Lieber überwinde ich also meinen faulen inneren Schweinehund und tanke noch eine Runde Frischluft.
Fazit zur Halbzeit: Täglich 10.000 Schritte zu erreichen, ist schwieriger als gedacht, vor allem an „normalen Tagen“. Aber ich bleibe dran und entdecke bestimmt noch mehr „Hacks“, wie sich mehr Bewegung ins Leben schummeln lässt.
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