Wegen des Stillstands der Druschba-Erdölpipeline rückt nun Kroatien als alternativer Versorger Ungarns und der Slowakei in den Fokus. Doch mittlerweile ist die Regierung in Budapest auch mit jener in Zagreb in Streit geraten.
Grundsätzlich hat sich der Balkanstaat bereit erklärt zu helfen. Der Leitungsbetreiber JANAF, der mehrheitlich dem kroatischen Staat gehört, weigert sich jedoch unter Verweis auf EU- und US-Sanktionen, russisches Rohöl durch die Adria-Pipeline zu pumpen. Der ungarische Mineralölkonzern MOL wandte sich deswegen an die EU-Kommission.
Ungarn und die Slowakei argumentieren, dass die Ausnahme von den EU-Sanktionen für russisches Öl für ihre beiden Länder nach Ausfall der Druschba-Pipeline auch in diesem Fall gilt. Einen Streit gibt es außerdem über die Transitgebühren für den Öltransport.
Meinl-Reisinger dankt Kroatien für das Angebot
JANAF bezieht Öl aus Ländern wie Kasachstan, nordafrikanischen Staaten und dem Nahen Osten. Die „Preise und Tarife entsprechen dem europäischen Marktbedingungen“, betonte der kroatische Außenminister Gordan Grlić Radman am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in Zagreb.
Sie dankte Kroatien für das „konstruktive Angebot“, das es Ungarn gemacht habe, „weil die Versorgung gewährleistet werden kann, ohne dass wir diesen blutigen Krieg Russlands mitfinanzieren“. Und sie betonte weiter: „Es ist auch in unserem Interesse, dass wir diese Versorgungssicherheit auch unabhängig von russischem Öl und Gas haben.“

Ungarische Delegation oder doch nur „Touristen“?
Unterdessen teilte ein Sprecher der EU-Kommission mit, dass ein Expertenteam in die Ukraine entsendet werden soll, um die Schäden an der Pipeline zu begutachten. Erst vor wenigen Tagen hatte Ungarns Energiestaatssekretär Gábor Czepek verkündet, dass eine vierköpfige Delegation, bestehend aus ungarischen und slowakischen Experten, die Schäden inspizieren sollen. Sie sind mittlerweile in Kiew eingetroffen. Von einer „offiziellen Delegation“ will dort aber niemand etwas wissen, vielmehr ist von „Touristen“ die Rede.
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