Schwarzmarkt boomt

So viele E-Zigaretten kommen aus China nach Europa

Wirtschaft
12.03.2026 21:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Fast jede zweite E-Zigarette in Europa ist ein Grau- oder Schwarzmarktprodukt. 90 Prozent davon kommen aus China, wie eine aktuelle Studie des deutschen Fraunhofer-Instituts zeigt. Das Marktvolumen irregulärer E-Zigaretten liegt demnach bei rund 6,6 Milliarden Euro. 

Zum ersten Mal ist es uns gelungen, den irregulären Markt für E-Zigaretten in Europa systematisch abzubilden – basierend auf Handels- und Lieferkettenanalysen, Zollstatistiken und Marktsegmentierungen“, sagte Uwe Veres-Homm, Leiter der Risiko- und Standortanalyse am Fraunhofer IIS. Als irreguläre Produkte gelten Grau- und Schwarzmarktprodukte, die gegen nationale Steuervorschriften, Kennzeichnungsvorschriften oder Zulassungsvorschriften verstoßen oder deren Herkunft nicht eindeutig nachverfolgt werden kann. Davon lassen sich 35 Prozent eindeutig dem illegalen Handel zuordnen, rund 13 Prozent sind private Importe nicht zugelassener oder unversteuerter Produkte.

Die Hauptquelle für die Importe ist der Studie nach China, wobei Shenzhen als Zentrum gilt. 70 Prozent der Hersteller von Vaping-Geräten haben dort ihren Sitz. Deutschland, die Niederlande und Belgien sind die Drehkreuze für den weiteren Vertrieb in Europa. Konsumentinnen und Konsumenten bestellen aber immer öfter direkt in Asien. „Vape-Produkte gelangen in Standardverpackungen in die EU. Was wie harmlose Sendungen aussieht, summiert sich zu einem Schattenmarkt im Wert von Milliarden. Die Folgen für die Wirtschaft und Gesellschaft sind immens, und die Logistik steht unfreiwillig im Zentrum des Problems“, sagte Rico Back, geschäftsführender Partner der SKR AG. Das Unternehmen, das Beratung zu Logistik anbietet, hat die Studie in Auftrag gegeben.

„Äußerst profitabel“
„E-Zigaretten aus irregulären Quellen umgehen Verbraucherschutz und Qualitätskontrollen und sind für Hersteller äußerst profitabel“, sagte Horst Manner-Romberg, Geschäftsführer der MRU Beratungs- und Verlagsgesellschaft mbH, die mit dem Fraunhofer IIS zusammengearbeitet hat. Preisunterschiede innerhalb des EU-Binnenmarkts würden Anreize für Schmuggel und Reimporte aus Nachbarländern schaffen und legale Anbieter unter Druck setzen.

Ein generelles Verbot von E-Zigaretten halten die Fachleute nicht für sinnvoll. In solch einem Fall bestehe die Gefahr der kompletten Abwanderung in die Illegalität. Stattdessen bräuchte es einheitliche Definitionen und Produktklassifizierungen, die digitale Rückverfolgung der Produkte und eine bessere Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern.

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