Die Umweltschutzorganisation Greenpeace Österreich hat elf Jacken der „Iconic Puffer”-Linie von C&A in einem unabhängigen Labor auf 36 verschiedene PFAS-Gifte untersuchen lassen. Die Ergebnisse sind erschreckend.
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen aka „Ewigkeitschemikalien“, die gesundheitsschädliche Nebenwirkungen haben und als „schwer abbaubar und langlebig“ gelten. Ein von Greenpeace beauftragtes Labor hat nun festgestellt, dass diese Gifte auch in Produkten des österreichischen Handel zu finden sind.
Grenzwert um das Sechszehnfache überschritten
Von elf überprüften Jacken der Modekette C&A – sieben für Damen, drei für Herren und eine Jacke für Kinder – enthielten neun PFAS-Gifte. Bei drei Jacken lag die PFAS-Belastung deutlich über dem gültigen gesetzlichen Grenzwert. Ein Herrenmodell überschritt den Grenzwert sogar um das 16-fache. Diese Jacken dürfen in der EU gar nicht verkauft werden.
Zwei Damenjacken lagen beim 3,3-fachen bzw. 2,5-fachen des erlaubten Höchstwertes. Lediglich in zwei der untersuchten Jacken konnten keine PFAS nachgewiesen werden. Insgesamt fand das Labor drei verschiedene PFAS-Verbindungen – die Fluortelomere 6:2-FTOH, 8:2-FTOH und 10:2-FTOH.
Beim Test der „Iconic-Puffer”-Jacken von C&A wurden folgende PFAS gefunden:
6:2-Fluortelomeralkohol (6:2-FTOH): Mit PFHxA (Perfluorhexansäure) verwandte, kurzkettige PFAS-Verbindung, die in der EU ab 2026 eingeschränkt ist. PFHxA ist langlebig und mobil, sodass es sich rasch in der Umwelt verteilen und Gewässer verunreinigen kann.
Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace: „Konsumentinnen und Konsumenten müssen darauf vertrauen können, dass sämtliche Kleidung keine gefährlichen Chemikalien enthält und gesetzliche Standards eingehalten werden. Leider müssen wir davon ausgehen, dass noch weitere Jacken dieser Linie von C&A betroffen sind. Die betroffenen Produkte müssen sofort zurückgerufen und den Kundinnen und Kunden ihr Geld vollständig erstattet werden.”
SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig über die Ergebnisse: „Ewigkeitsgifte sollten nicht Teil unserer Kleidung sein und auch nicht in unsere Umwelt eingebracht werden. Es ist Aufgabe der Unternehmen, die Einhaltung der Grenzwerte unter allen Umständen sicherzustellen.“
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