London-Terror
Anschläge hätten verhindert werden können
Wegen ungenügender Ermittlungskapazitäten und "anderer drängender Aufgaben" seien jedoch nur "begrenzte" Versuche zur Klärung von Aktivitäten der beiden späteren Rucksackbomber unternommen worden. Zudem kam am Donnerstag durch den Parlamentsbericht ans Licht, dass die Ermittler auch Anfangserkenntnisse über einen weiteren der vier Attentäter gewonnen hatten, denen zunächst nicht nachgegangen wurde.
Keine Al-Kaida-Verbindung
Aus einer am selben Tag veröffentlichten separaten Untersuchung der Regierung geht zudem hervor, dass die Anschlägen mit vergleichsweise geringen technischen Mitteln sowie mit Explosivstoffen im Gesamtwert von lediglich 8000 Pfund (rund 12 000 Euro) ausgeführt wurden. Keine Beweise fanden die Ermittler für den Verdacht, dass die Londoner Selbstmordattentäter von dem Terrornetzwerk Al Kaida gesteuert wurden.
Allerdings hätten sich die vier muslimischen Männer, die ihre Rucksackbomben in drei U-Bahnen und einem Bus zündeten, vom Gedankengut des Terroristen Osama bin Laden inspirieren lassen, hieß es. Sie hätten zudem Verbindungen mit religiösen Extremisten in Pakistan gehabt.
Unbeantwortete Fragen
Es habe "eindeutig ein erhebliches Versagen" der Geheimdienste gegeben. So sei unbeantwortet geblieben, ob dem MI5 nicht vielleicht bekannt gewesen war, dass der spätere Haupttäter, Mohammed Sidique Khan, Abschiedsbotschaften an seine Familie verfasste. Dies wäre eine Hinweis auf Attentatsabsichten gewesen, denen hätte nachgegangen werden müssen.
Bei den Familien der Hinterbliebenen und den damals Verletzten stießen die Berichte auf ein unterschiedliches Echo. Mehrere Angehörige warfen den Behörden vor, wenig Neues herausgefunden zu haben. Der Fahrer des ausgebombten Busses, George Psaradakis, sagte: "Wenn jemand sich selbst umbringen und anderen schaden will, kann ihn niemand davon abhalten."
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