Aus privater Hand

Museum entdeckt neues Gemälde von Rembrandt

Kultur
02.03.2026 16:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Echtheit des Gemäldes „Vision von Zacharias im Tempel“ konnte mit fortschrittlichster Scanner-Technik und Stilanalysen bestätigt werden. Ab Mittwoch wird das Bild aus Privatbesitz als Dauerleihgabe im Rijksmuseum ausgestellt.

Es ist eine durchaus spektakuläre Entdeckung: Kunstexperten des Rijksmuseums in Amsterdam haben das Gemälde „Vision von Zacharias im Tempel“ eindeutig dem niederländischen Meister Rembrandt zuordnen können. Das Museum teilte mit, dass die Wissenschafter dank fortschrittlicher Scanner-Technik und Stilanalysen nachgewiesen hätten, dass das Gemälde aus dem Jahr 1633 ein echter Rembrandt sei. Als Langzeitleihgabe soll es nun ab Mittwoch im Rijksmuseum ausgestellt werden.

„Materialanalysen, stilistische und thematische Ähnlichkeiten, von Rembrandt vorgenommene Änderungen und die gesamte Qualität des Gemäldes stützen alle die Schlussfolgerung, dass dieses Gemälde eine echte Arbeit von Rembrandt van Rijn ist“, erklärte das Rijksmuseum. Das Bild war dem Museum demnach kürzlich aus einer Privatsammlung zur Untersuchung übergeben worden.

  Das Werk zeigt die biblische Szene, in der Erzengel Gabriel den Priester Zacharias aufsucht, um ihm die Botschaft zu überbringen, dass er einen Sohn haben wird, den späteren Johannes den Täufer. Der Erzengel selbst wird in dem sehr dunkel gehaltenen Gemälde nicht dargestellt, ein Licht aus der oberen rechten Ecke des Bildes deutet seine Ankunft an und hebt die Konturen und das goldene Gewand des Priesters hervor. Der überraschte Gesichtsausdruck zeigt Zacharias‘ Ungläubigkeit.

Bisher nur der Werkstatt des Künstlers zugeschrieben
Bis 1960 wurde das Gemälde nicht dem Maler Rembrandt zugeschrieben. Man dachte, es käme nur aus Rembrandts Werkstatt. 1961 wurde es von einer Privatperson gekauft und geriet in Vergessenheit. Sein jetziger Eigentümer hatte die Signatur von Rembrandt entdeckt, das Museum kontaktiert und es den Experten ermöglicht, das Gemälde mit den modernsten analytischen Mitteln und Techniken zu untersuchen. Mit deren Hilfe wurde vom Rijksmuseum in den vergangenen Jahren auch eines der berühmtesten Rembrandt-Gemälde – „Die Nachtwache“ – umfassend restauriert.

Zwei Jahre Forschungsarbeit an der „Vision von Zacharias im Tempel“ ergaben, dass die verwendeten Farben auch in anderen Werken Rembrandts aus jener Schaffensperiode benutzt wurden. Die Maltechnik und der Aufbau der Farbschichten seien ebenfalls vergleichbar mit anderen Frühwerken des Malers, berichtete das Museum.

Feine Arbeit des jungen Rembrandt
Scans hätten „kompositorische Änderungen“ enthüllt, „welche die Echtheit der Arbeit bestätigen“. Außerdem gelte auch die Signatur als echt und eine Analyse der Holzplatte habe bestätigt, dass das Datum 1633 auf dem Gemälde ebenfalls korrekt sei.

Den Kunstwissenschaftern zufolge stimmt das Gemälde perfekt mit anderen Arbeiten Rembrandts aus jener Zeit überein, als er 27 Jahre alt war. „Es ist wunderbar, dass die Öffentlichkeit jetzt mehr über den jungen Rembrandt erfahren kann“, zeigte sich der Direktor des Rijksmuseums, Taco Dibbits, erfreut. Das Gemälde sei „ein wundervolles Beispiel für die einzigartige Weise, in der Rembrandt Geschichten bildlich darstellt.“

Werke von Rembrandt erzielen Spitzenerlöse: Zuletzt war im Februar eine Zeichnung von ihm für den Rekordpreis von 12,7 Millionen Euro versteigert worden. Vor drei Jahren hatte das Amsterdamer Museum ein Gemälde für 175 Millionen Euro gekauft.

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