Mit dem Frühling beginnt für viele nicht nur die schöne Zeit im Freien, sondern auch die Phase von rinnenden Nasen, juckenden Augen und unerklärlichen Hautreaktionen. „Gerade jetzt ist der optimale Zeitpunkt, um Allergien abklären zu lassen“, so der Wiener Allgemeinmediziner und Vorsorgeexperte Dr. Christian Maté.
„Die Pollen fliegen, die Beschwerden nehmen zu. Je früher wir wissen, worauf der Körper reagiert, desto gezielter können wir behandeln“, so der Experte. Allergietests sind dabei keineswegs nur für Pollenallergiker relevant. Auch Tierhaare, Hausstaubmilben, Lebensmittel oder Kontaktstoffe aus Kosmetik und Schmuck können dahinterstecken. Ein Test bringt Klarheit – und hilft, unnötiges Leiden zu vermeiden.
Skin‑Prick‑Test (Pricktest)
Der Pricktest stellt gleichsam den Klassiker unter den Allergietests dar. Er ist schnell, minimalinvasiv und eignet sich hervorragend für die Entdeckung von Pollen‑, Tierhaar‑ oder Hausstauballergien.
Dabei wird ein Tropfen Allergen auf die Haut aufgetragen und diese wird mit einer feinen Lanzette oberflächlich angestochen. Nach rund 15 Minuten zeigt eine Quaddel oder Rötung eine allergische Sensibilisierung an. Wichtig: Eine Sensibilisierung bedeutet nicht automatisch eine klinische Allergie – die Beschwerden müssen mit dem Testergebnis zusammenpassen. Diese Methode ist laut Fachquellen die bevorzugte erste Diagnostik bei vielen Allergieformen.
Bluttest (Spezifisches IgE)
„Dieser Bluttest ist ideal, wenn Hauttests nicht möglich sind – zum Beispiel, weil jemand starke Hautprobleme hat oder Allergie-Medikamente nicht absetzen kann“, erklärt Dr. Maté. Hier wird im Labor das allergieauslösende IgE (Antikörper) im Blut gemessen. Die Ergebnisse liefern eine objektive Einschätzung über mögliche Allergene.
Patch-Test (Epikutantest)
Der Patch-Test (Epikutantest) wird zur Diagnose von Kontaktallergien eingesetzt, etwa bei Reaktionen auf Nickel, Duftstoffe, Konservierungsmittel oder andere Substanzen in Kosmetika, Schmuck oder Berufsstoffen. Dabei werden Testpflaster mit verschiedenen Allergenen für 48 Stunden auf den Rücken geklebt. Die Ablesung erfolgt nach 48 bis 96 Stunden. Dieser Test ist der Goldstandard für die Diagnose von allergischer Kontaktdermatitis (verzögerte allergische Reaktion).
Bei akuten schweren Allergie-Reaktionen (Atemnot, Kreislaufprobleme, starke Schwellungen) sofort die Rettung (144) rufen!

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner und Vorsorgeexperte, Wien
Bild: Eva Manhart
Intradermaltest
Dieser Test wird hauptsächlich bei Verdacht auf Insektengiftallergien eingesetzt, wenn der Pricktest negativ war, aber ein hoher klinischer Verdacht besteht. Dabei wird eine geringe Menge an Allergen in die Haut gespritzt. Nach 10 bis 20 Minuten wird abgelesen. Es kann zu lokalem Juckreiz kommen. Dieser Test ist empfindlicher als der Pricktest, birgt aber auch ein höheres Risiko für Reaktionen und wird daher nicht als erste Wahl eingesetzt.
Provokationstests
„Bei Nahrungsmittelallergien ist ein Provokationstest der Goldstandard – aber nur in spezialisierten Zentren und unter ärztlicher Kontrolle“, betont Dr. Maté. Bei diesem Test wird das verdächtige Nahrungsmittel unter kontrollierten Bedingungen konsumiert, um zu sehen, ob eine allergische Reaktion auftritt. Er wird eingesetzt, wenn andere Untersuchungen unklare Ergebnisse liefern oder wenn überprüft werden soll, ob eine Allergie noch besteht.
Ob Pollen, Kontaktstoffe, Tierhaare oder Lebensmittel: Ein Test schafft Klarheit und ist ein wichtiger Schritt Richtung beschwerdefreier Alltag.
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