Jetzt ist der perfekte Moment, der Haut besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ein professioneller Hautcheck vor dem Sommer hilft, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen – bevor UV-Strahlung weiter zusätzlich zusetzt. Denn je früher diese entdeckt werden, desto besser lässt sich möglicher Hautkrebs behandeln.
Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten – gleichzeitig ist er einer der relativ leicht früh erkennbaren. Bereits ein kurzer Blick auf die eigene Haut kann entscheidende Warnsignale liefern. Gerade vor dem Sommer lohnt sich die Routine besonders. Wer jetzt hinschaut, schützt sich langfristig!
Der Wiener Allgemeinmediziner und Vorsorgeexperte Dr. Christian Maté rät zu einem systematischen Vorgehen: von Kopf bis Fuß, mit guter Beleuchtung und einem zweiten Spiegel für schwer einsehbare Stellen. Die Österreichische Krebshilfe empfiehlt etwa zweimal pro Jahr eine vollständige Selbstuntersuchung. Dr. Maté ergänzt: „Die Häufigkeit hängt vom persönlichen Risiko ab. Menschen mit vielen Muttermalen, heller Haut oder früheren Sonnenbränden sollten sich öfter ansehen – am besten gemeinsam mit ihrem Arzt abstimmen.“
Besonders die ABCDE‑Regel hilft, auffällige Muttermale schnell zu entlarven. „Schon ein einzelnes Kriterium dieser Regel reicht aus, um einen Hautarztbesuch zu empfehlen“, betont der Mediziner. Wichtig: Die ABCDE‑Regel gilt für die meisten, aber nicht alle Melanome. Jede Abweichung zählt. Folgendes sollten Sie prüfen:
Besonders von Interesse muss auch das sogenannte „hässliche Entlein“ sein. Das bedeutet: „Wenn ein Fleck einfach anders aussieht als alle anderen, egal ob in Farbe, Form oder Größe, sollte man ihn ärztlich begutachten lassen.“
Es gibt aber auch Alarmzeichen abseits der ABCDE-Regel, die sofortige Abklärung benötigen:
Neben dem Melanom sollten Sie auch auf Warnsignale für die häufige Form von „weißem Hautkrebs“ achten: perlmuttartige, glänzende Knötchen mit sichtbaren Blutgefäßen (Basalzellkarzinom) sowie raue, schuppige oder verkrustete Stellen, die nicht abheilen (Plattenepithelkarzinom).
Risikopersonen engmaschig kontrollieren
Manche Personen haben überdies ein „erhöhtes Risiko“ für Hautkrebs. Dieses besteht laut Dr. Maté dann, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen: Viele oder atypische Muttermale, häufige oder intensive UV‑Exposition – besonders viele Sonnenbrände in Kindheit und Jugend, Hautkrebs (v. a. Melanom) in der Familie, sehr helle Haut, die schnell verbrennt oder Menschen, die unter Immunsuppression (Transplantation, bestimmte Medikamente) stehen. „Wer in eine dieser Kategorien fällt, sollte engmaschiger kontrolliert werden“, erklärt Dr. Maté.
Was passiert beim Hautcheck?
Ein professioneller Hautcheck ist schnell, schmerzlos und äußerst wirksam zur Früherkennung. Laut Dr. Maté umfasst er typischerweise: Ganzkörper-Hautuntersuchung und eine Dermoskopie (Auflichtmikroskopie), um verdächtige Stellen genauer zu beurteilen. Bei Verdacht kommt es zur Entfernung oder Probenahme für eine histologische Untersuchung.
Bei Hochrisikopatienten zieht der Arzt die sequenzielle digitale Dermoskopie oder Ganzkörper-Fotodokumentation (Total-Body Photography, um frühe Veränderungen besser zu erkennen) in Erwägung. Unter der sequenziellen digitalen Dermoskopie versteht man ein hochmodernes Verfahren zur Hautkrebsfrüherkennung, insbesondere des Melanoms. Dabei werden verdächtige Muttermale hochauflösend digital erfasst, gespeichert und im Zeitverlauf (sequenziell) verglichen.
Je früher wir Hautkrebs erkennen, desto einfacher ist die Behandlung und desto besser sind die Heilungschancen

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner und Vorsorgeexperte, Wien
Bild: Eva Manhart
Nicht wochenlang zuwarten!
„Wenn ein Muttermal ABCDE‑positiv ist, sich ungewöhnlich, neuartig oder schnell verändert, wenn es blutet, juckt oder verkrustet – dann sollte man mit dem Arztbesuch nicht warten“, betont Dr. Maté. Auch nicht heilende Hautstellen über mehrere Wochen sind ein Warnsignal.
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