Viele Buhs für Anna Netrebko und Kollegen! Das Wiener Rollendebüt der Sopranistin als böse, machthungrige Königstochter in Verdis „Nabucco“ wurde alles andere als ein Fest.
Wenn die Netrebko in der Staatsoper auftritt, darf draußen die kleine Demo nicht fehlen! Dem Publikum ist’s egal. Aber die Sänger irritiert das vielleicht. Der erste Akt von Verdis „Nabucco“wirkte nervös, ohne Impetus: der Chor der Hebräer verschleppt, Alexander Vinogradovs Arie des Zaccaria „Sperate, o figli“ stimmlich unbefriedigend, Abigaille Anna Netrebko im Terzett mit Ismaele Ivan Magrì und Fenena Monika Bohinec blass. Kein großer Auftritt der Diva! Aber viele Buhs! Auch für Netrebko. Im zweiten Akt drückt Marco Armiliato endlich aufs Tempo und fordert das Orchester. Doch Günter Krämers verhatschter Inszenierung fehlen Proben.
Amartuvshin Enkhbats König Nabucco imponiert mit kraftvollem, kultiviert geführtem Bariton, wenn er sich zum Gott erklärt. Und wahnsinnig wird. Anna Netrebko gewinnt im Spiel an Sicherheit, Präsenz. Das Strahlen der Höhe, ihr edles dunkles Timbre, die Flexibilität der lyrischen Stimme überzeugen. Aber an dramatischer Kraft, die diese Extrempartie fordert und mit der Abigaille Machtansprüche demonstriert, mangelt es. Kein großer Abend! Bloß solides Repertoire.
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