Künstliche Intelligenz statt toter Sprache in den heimischen Schulen, dazu mehr Medien- und Demokratiebildung: Wie die Bundesregierung den Lehrplan entrümpeln will.
Veni, vidi, vici! Wer diese Zeilen schon einmal gehört hat, kann diese wohl auch auf die Künstliche Intelligenz umlegen: Ich kam, sah und siegte! Im konkreten Fall ist das aber nicht als Bedrohungsszenario zu verstehen, im Gegenteil: KI soll künftig im Lehrplan verankert werden.
Denn Österreichs Schüler sollen ein besseres Verständnis sowie einen kritischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz erlernen. Dafür ist ab dem Schuljahr 2027/28 eine zusätzliche Unterrichtsstunde in AHS-Oberstufen vorgesehen. Aus Informatik soll der Gegenstand „Informatik und Künstliche Intelligenz“ werden, das Stundenausmaß dafür erweitert werden. Neu soll „Medien und Demokratie“ in der AHS-Oberstufe eingeführt werden. Das hat die „Krone“ aus dem Umfeld des Bildungsministeriums erfahren.
Latein weicht neuen Fächern
Für diese neuen Fächer soll es dem Lateinunterricht an den Kragen gehen. Bereits im Herbst kündigte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) eine Reform der Lehrpläne an. Es wurde spekuliert, dass er tote Sprachen aus dem Lehrplan streichen will. „Ich bin mit meinem Latein am Ende“ heißt es zwar nicht komplett, aber über die ganze AHS-Oberstufe gerechnet sollen in Zukunft vier Stunden (!) Latein gekürzt werden.
Derzeit hat ein AHS-Schüler in seiner gesamten Oberstufenzeit zwölf Wochenstunden Latein, künftig werden es auf die vier Jahre gerechnet nur acht sein. In Realgymnasien, wo das Fach nicht verpflichtend ist, kann aktuell zwischen Latein und einer zweiten lebenden Fremdsprache gewählt werden. Hier soll auch gekürzt werden, aber nicht im gleichen Ausmaß.
Medienbildung im Fokus
Über eine durch diese Reform noch frei werdende Stunde sollen die Schulen autonom entscheiden können. Wer im Übrigen das Fach Medien und Demokratie unterrichten wird, scheint noch offen zu sein.
Mit diesen Maßnahmen räumt man der Medienbildung deutlich mehr Raum ein. Ein Vorhaben, das der Minister seit seinem Amtsantritt betont.
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