Anastasia Potapova scheiterte bei den French Open in Paris im Achtelfinale. Österreichs Tennis-Damen warten damit weiter auf das erste Major-Viertelfinale seit 2012.
Enttäuscht schlug sie die Hände vor das Gesicht, schlich mit hängendem Kopf und unter aufmunterndem Applaus vom Platz. Der Traum vom Viertelfinale bei den French Open in Paris? Ausgeträumt! Nach einem Match voller Auf und Ab, einer Achterbahnfahrt.
Die für die seit Jänner unter österreichischer Flagge spielende Anastasia Potapova im Hoch begann: Schnell lag die 25-Jährige unter der Pariser Mittagssonne auf dem Court Suzanne Lenglen 4:1 voran, war in einer von Aufschlagverlusten dominierten Partie mit ihrem Powertennis die spielbestimmende Akteurin. Ehe der Faden riss, Anna Kalinskaja fünf Games in Serie holte, Satz eins nach 46 Minuten an die Russin ging.
Munteres Hin und Her
Potapova schüttelte sich, fing sich – und dominierte Satz zwei nach Belieben. Auch weil sie stark servierte, nur eine Breakchance abwehren musste. Und als sie ihrer Gegnerin auch in Satz drei den Aufschlag zum 1:0 abnahm, schien das Viertelfinale zum Greifen nahe.
Denkste. Kalinskaja fand wieder zu ihrem Spiel, stellte die Eigenfehler ab. Und lag kurz später 4:1 voran. Potapova reagierte frustriert, fluchte lautstark – doch sie ließ nicht locker, holte sich vier Games in Serie, schlug plötzlich auf den Sieg auf. Nur hielten ihre Nerven nicht: erst der Aufschlagverlust zum 5:5, danach ein selbiger zum 6:6. Achterbahnfahrt par excellence.
Die 48 Kilometer Luftlinie entfernt vom Disneyland noch einmal in luftige Höhe ging, als Potapova im finalen Match-Tiebreak mit 4:1 voranlag. Doch sie endete ganz unten: Nach 2:49 Stunden Spielzeit segelte ein Return ins Aus, endete Potapovas Paris-Traum – 4:6, 6:2, 6:7. „Ich bin sehr, sehr enttäuscht – es war ein offenes Spiel, in den entscheidenden Momenten war ich nicht entschlossen genug.“
Jetzt geht es auf Rasen
Womit Österreichs Damen weiter auf die erste Major-Viertelfinalistin seit Tamira Paszek 2012 in Wimbledon, auf die erste in Paris seit Sylvia Plischke und Barbara Schwartz (je 1999) vor 27 Jahren wartet. Trösten kann sich Potapova mit rund 285.000 Euro an Preisgeld und dem Sprung auf Rang 26 der Weltrangliste. Im Jahres-Ranking liegt sie in der Live-Wertung schon auf Platz 14.
Nun erfolgt der Umstieg auf Rasen, für kommende Woche hat Potapova beim WTA-250er in Hertogenbosch genannt.
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