Ölstreit eskaliert

Slowakei stellt Selenskyj nun ein Ultimatum

Außenpolitik
21.02.2026 14:45

Immer vehementer fordern Ungarn und die Slowakei, dass wieder russisches Erdöl durch die Druschba-Pipeline fließt. Offiziell gibt Kiew Reparaturarbeiten, die nach einem russischen Angriff auf die Leitung notwendig seien, als Grund an. Doch die Regierungen in Budapest und Bratislava vermuten einen Erpressungsversuch und drohen selbst mit Gegenmaßnahmen. Der slowakische Ministerpräsident hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nun ein Ultimatum gestellt.

„Wenn der ukrainische Präsident die Lieferungen in die Slowakei nicht bis Montag wiederaufnimmt, werde ich noch am selben Tag die zuständigen Unternehmen bitten, ihrerseits Notstromlieferungen an die Ukraine zu stoppen“, heißt es in einem Posting von Ministerpräsident Robert Fico im Kurznachrichtendienst X. Seit dem Ausbruch des Krieges helfe die Slowakei der Ukraine. Rund 180.000 ukrainische Staatsbürger halten sich derzeit auf dem slowakischen Territorium auf. „Wir leisten humanitäre Hilfe und organisieren Regierungstreffen. Wir leisten mehr als manch anderer Staat. (...) Weil wir diesen Krieg aber nicht unterstützen, verhält sich der ukrainische Präsident feindlich uns gegenüber“, beklagt Fico und zählt auf, dass zunächst die Erdgas- und nun auch die Erdöllieferungen an sein Land eingestellt worden seien.

Neben dem angedrohten Stromlieferstopp, der die ohnehin fragile Versorgung des Kriegslandes noch weiter verschlechtern könnte, sinniert der Ministerpräsident auch über eine ähnliche Maßnahme, die auch schon das Nachbarland Ungarn ins Spiel gebracht hat: die Blockade des bereits von der EU beschlossenen Darlehens an das Kriegsland in der Höhe von 90 Milliarden Euro.

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico(Bild: AP/Alex Brandon)

EU-Kommission fordert Einhaltung der Vereinbarung
Ein Sprecher der EU-Kommission verwies am Samstag auf die einstimmige Entscheidung beim EU-Gipfel und teilte auf dpa-Anfrage mit: „Wir erwarten, dass alle Mitgliedsstaaten diese politische Vereinbarung im Hinblick auf die endgültige Annahme des Darlehens einhalten.“ Das Geld soll den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine bis Ende 2027 decken und dem Land eine Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen Russland ermöglichen. 60 Milliarden sind demnach für die Verteidigung vorgesehen. Budapest und Bratislava haben bereits am Mittwoch ihre Treibstofflieferungen an die Ukraine gestoppt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt