24 Modelle getestet

Riesige Unterschiede im Winter-Reichweitentest

Motor
18.02.2026 08:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im „El Prix“ genannten Winter-Reichweitentest des norwegischen Automobilklubs NAF sind 24 Elektroautos angetreten. Bei bis zu minus 31 Grad trennte sich die Spreu sehr deutlich vom Weizen. Die Abweichung vom WLTP-Wert lag zwischen 29 und 46 Prozent. Auch die Ladedauer wich ab - teils zum Guten.

Wie zu erwarten war, kam kein Fahrzeug in die Nähe der WLTP-Werte. Die höchsten Abweichungen zur angegebenen Reichweite lagen bei fast 46 Prozent, etwa bei Opel Grandland und Lucid Air Grand Touring, die niedrigste bei knapp unter 30 Prozent – bei MG S6 und Hyundai Inster. Im Durchschnitt lag die Abweichung bei knapp 38 Prozent unterhalb der WLTP-Reichweite.

Die Abweichung von der WLTP-Reichweite in Prozent – zum Vergrößern bitte klicken!
Die Abweichung von der WLTP-Reichweite in Prozent – zum Vergrößern bitte klicken!(Bild: ÖAMTC)

Die Angst vor zu geringer Reichweite sei aber unbegründet. Die tatsächlich gefahrenen Kilometer lagen zwischen 224 (Suzuki eVitara) und 520 km (Lucid Air Grand Touring). „Die Daten zeigen, wie wichtig eine gute Streckenplanung und die Verfügbarkeit von Ladestationen für E-Autofahrer im Winter sind – besonders bei sehr niedrigen Temperaturen“, betont ÖAMTC-Techniker Florian Merker, der am Test des ÖAMTC-Partnerklubs teilnahm. Das belege auch der parallel durchgeführte Ladetest.

Die Ergebnisse des Reichweitentests
Die Ergebnisse des Reichweitentests(Bild: ÖAMTC)

Beim Aufladen erreichten 13 der 24 getesteten Fahrzeuge den gewünschten Ladestand von 80 Prozent in weniger als 30 Minuten. Sechs Fahrzeuge waren sogar schneller auf 80 Prozent als vom Hersteller angegeben. „Bei diesem Ladetest zeigte sich, wie wichtig eine gut temperierte Batterie für das Laden eines Elektrofahrzeuges ist. Trotz Temperaturen von minus zehn Grad Celsius an den Ladestationen haben die getesteten Fahrzeuge gut abgeschnitten“, erklärt Merker. 

Laut der Erfahrung des ÖAMTC werden in Zukunft Ladegeschwindigkeit, Verbrauchseffizienz und Verfügbarkeit von Ladestationen wichtiger sein als die maximale Reichweite eines Elektrofahrzeuges.

Manche Testkandidaten laden schneller als vom Hersteller angegeben – hier die Ergebnisse.
Manche Testkandidaten laden schneller als vom Hersteller angegeben – hier die Ergebnisse.(Bild: ÖAMTC)

Ein weiterer interessanter Aspekt von „El Prix“: In Norwegen finden sich viele Fahrzeugmodelle, die es noch nicht auf den österreichischen Markt geschafft haben, die aber beim Test dabei waren, zum Beispiel die chinesischen Modelle Changan Deepal S05, KGM Musso, Xpeng X9 und Zeekr 7X. „Für den ÖAMTC ist es daher eine gute Vorschau, welche Hersteller in der nächsten Zeit den Schritt nach Europa planen“, sagt Merker.

Was ist El Prix?
El Prix ist der weltweit größte Praxistest für die Reichweite und das Aufladen von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV). Der Norwegische Automobilverband (NAF) führt El Prix seit 2020 zwei Mal pro Jahr durch, einmal im Sommer und einmal im Winter. Dabei wird die tatsächliche Reichweite der Fahrzeuge ermittelt und mit den offiziellen WLTP-Reichweiten verglichen.

Techniker Florian Merker begleitete den Test für den ÖAMTC.
Techniker Florian Merker begleitete den Test für den ÖAMTC.(Bild: ÖAMTC)

Der ÖAMTC war heuer bereits zum siebenten Mal dabei. Für den aktuellen Test wurde eine 450 Kilometer lange Strecke gewählt, die einen Mix aus Stadt, Landstraße und Autobahn sowie Steigungen beinhaltete. Es wurde so lange gefahren, bis es bei allen Fahrzeugen zu einem Leistungsverlust kam und die erforderliche Geschwindigkeit nicht mehr gehalten werden konnte. Die Temperaturen an den Testtagen bewegten sich zwischen minus acht und minus 31 Grad.

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