Aschermittwochs-Reden

Polternde Politiker: Wenn Fakten Fastenzeit haben

Innenpolitik
18.02.2026 22:17

Beste Bierzelt-Stimmung bei FPÖ, ÖVP und SPÖ beim politischen Aschermittwoch. Kanzler Christian Stocker, Herbert Kickl oder Max Lercher spuckten in ihren Reden phasenweise große Töne.

Das Wichtigste in Kürze:

  • FPÖ-Parteichef Herbert Kickl skizzierte seinen „Phönix“-Plan als Weg „zurück zur Insel der Seligen“ und griff die Bundesregierung frontal an.
  • Steirer- und Kärntner-Witze, die Koralmbahn sowie das interne Zusammenwachsen standen bei den Roten in Kobenz im Mittelpunkt. 
  • Die ÖVP lud in die Messehalle Klagenfurt. Aber auch ein Seitenhieb von Kanzler Christian Stocker in Richtung der FPÖ durfte nicht fehlen.

Der krone.at-Ticker vom politischen Aschermittwoch zum Nachlesen:

„Budda von Wien“
Der „Buddha von Wien“, wie der deutsche „Spiegel“ ÖVP-Chef Christian Stocker nannte, glänzte als Kanzler ja bislang eher mit Ruhe. Bereits bei seiner Neujahrsrede in Wien heizte er aber mit dem Vorstoß einer Volksbefragung zur Wehrpflicht-Verlängerung der eigenen Regierung ein – und eine bundesweite Debatte an. Ein Thema, das auch beim politischen Aschermittwoch des ÖVP-Chefs in Klagenfurt im Fokus stehen sollte.

Der blaue „Dirigent“: FPÖ-Herbert Kickl holte beim traditionellen Aschermittwoch seiner Partei ...
Der blaue „Dirigent“: FPÖ-Herbert Kickl holte beim traditionellen Aschermittwoch seiner Partei in Ried zum Rundumschlag auf den politischen Mitbewerb, den er als „Einheitspartei“ sieht, aus.(Bild: APA/MANFRED FESL)

Fotoserie vom politischen Aschermittwoch:

FPÖ-Chef Herbert Kickl
FPÖ-Chef Herbert Kickl(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)
(Bild: APA/MANFRED FESL)
Jahnturnhalle in Ried
Jahnturnhalle in Ried(Bild: APA/MANFRED FESL)
ÖVP-Aschermittwoch: EVP-Chef Manfred Weber (CSU), Bundeskanzler Christian Stocker und Kärntens ...
ÖVP-Aschermittwoch: EVP-Chef Manfred Weber (CSU), Bundeskanzler Christian Stocker und Kärntens ÖVP-Chef Martin Gruber.(Bild: Dieter Arbeiter)
Messehalle Klagenfurt
Messehalle Klagenfurt(Bild: Dieter Arbeiter)
Kanzler Christian Stocker
Kanzler Christian Stocker(Bild: Dieter Arbeiter)
Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher
Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher(Bild: Jürgen Fuchs)
Kärntens SPÖ-Chef Daniel Fellner
Kärntens SPÖ-Chef Daniel Fellner(Bild: Jürgen Fuchs)
SPÖ-Aschermittwoch in Kobenz
SPÖ-Aschermittwoch in Kobenz(Bild: Jürgen Fuchs)

Stocker: „Das bringt Gift in unsere Gesellschaft!“
Harte Worte fand der Kanzler gleich zu Beginn seiner Rede gegen die FPÖ. Bei der FPÖ-Rede in Oberösterreich gebe es „viel Humtata, viel Gaude. Aber es ist eigentlich nicht lustig, sich über dieses Land lustig zu machen. Das bringt nur Gift in unsere Gesellschaft“. Zudem stellte er klar: „Wer zu uns kommt, wollen wir bestimmen.“ Damit meinte er besonders radikale Zuwanderer. Und hier wurde der ÖVP-Chef auch das erste Mal laut in seiner Rede: „Sie werden dieses Land verlassen!“

Kanzler Christian Stocker teilte in Klagenfurt gegen die blaue Veranstaltung in Ried aus.
Kanzler Christian Stocker teilte in Klagenfurt gegen die blaue Veranstaltung in Ried aus.(Bild: Dieter Arbeiter)

Kritik vom Kanzler gab es aber auch an US-Außenminister Marco Rubio, der sich selbst einen „Freund Europas“ nennt. „Er ist aber kein Freund der Europäischen Union. Vielmehr ist er ein Freund der Populisten“, sagt Stocker, der seine Stimme sehr gedämpft hielt.

Kickl nimmt Regierung und Wöginger ins Visier
Szenenwechsel nach Oberösterreich: Ausgerechnet im Innviertel, der Heimat des schwarzen Klubchefs August Wöginger, der FPÖ-Fahnenschwingern attestierte, nicht einmal Zähne und zerrissene Hosen zu haben, ging der blaue Aschermittwoch über die Bühne. Die traditionelle Veranstaltung in der Jahnturnhalle in Ried ist das jährliche Hochamt eines FPÖ-Obmanns. Oberösterreich ist für die Blauen wichtig – vor allem im Hinblick auf das kommende Jahr. Wie in der Steiermark gibt es dort erstmals die Chance, die ÖVP und Landeshauptmann Thomas Stelzer vom Chefsessel zu stürzen.

Herbert Kickl unterhielt in Ried die rund 2500 Freiheitlichen Gäste in seiner üblichen Manier.
Herbert Kickl unterhielt in Ried die rund 2500 Freiheitlichen Gäste in seiner üblichen Manier.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Landesobmann Manfred Haimbuchner, der vor Kickl das Wort in der mit 2500 Anhängern gefüllten Halle ergriff, arbeitete sich an der SPÖ und den NEOS ab. Kickl teilte dann erwartungsgemäß gegen die Regierung aus. SPÖ-Chef Andreas Babler sei ein „Bonzen-Pinguin“. ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sei keine „Wunderwaffe, sondern ein Rohrkrepierer“ und der schwarze Klubobmann Wöginger auf dem Weg vom „Diversions-Gust zum Knast-Gust“.

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Bei der nächsten Wahl treten nur mehr zwei Parteien gegeneinander an. Die FPÖ auf der Seite der Bevölkerung und alle anderen als Einheitspartei.

FPÖ-Chef Herbert Kickl

Pointen-Parade nach der roten Putsch-Posse
Heringsschmaus, Bier und Pointen standen auch in der Steiermark auf dem Programm. Nach der Putschposse um Ex-Kanzler Christian Kern versammelten sich in Kobenz zwei mächtige Rote, die Kern sehr aufgeschlossen gegenüber waren. Gastgeber war der steirische SPÖ-Chef Max Lercher, der in seiner Rede erwartungsgemäß aber weniger auf die ausgebliebene Revolte, als vielmehr auf die Lebensrealitäten der Steirer einging. Eine Pointe zum gescheiterten Putsch gab es aber doch noch: „Christian Kern wollte heute Abend auch kommen, hat sich in letzter Sekunde dagegen entschieden“, erklärte er.

Kärntens baldiger Landeschef Fellner (li.) fühlte sich bei Max Lercher (re.) in der Steiermark ...
Kärntens baldiger Landeschef Fellner (li.) fühlte sich bei Max Lercher (re.) in der Steiermark sichtlich wohl. Beide teilten ihre Pläne, die SPÖ wieder auf Kurs zu bringen.(Bild: Jürgen Fuchs)

Gastredner war Kärntens designierter Landeshauptmann Daniel Fellner, der in den Geschehnissen um Kern auch etwas Gutes sah: „Zumindest haben wir Landesparteichefs wieder mehr miteinander gesprochen!“ Und er teilte gegen die Kärntner Freiheitlichen aus: „Die FPÖ hat die Verpackung fünfmal geändert, der Inhalt war immer irgendwie faul. FPÖ, BZÖ, dann Freiheitliche in Kärnten – die Abkürzung kam nicht so gut an!“

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