Russin trug Schild

Empörung in Kiew: „Nicht nur Trottel, sondern …“

Olympia
18.02.2026 16:19
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Der Einsatz einer Russin als Trägerin des ukrainischen Länderschilds bei der Olympia-Eröffnungsfeier sorgt in der Ukraine für Empörung. Es scheine so, als seien die IOC-Verantwortlichen „nicht nur Trottel, sondern auch regelrechte Sadisten“, schrieb ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums auf X. Zuvor hatte die in Italien lebende russische Architektin Anastassija Kutscherowa öffentlich gemacht, dass sie die ukrainische Delegation ins San-Siro-Stadion geführt hatte.

„Die ukrainische Mannschaft wurde nicht über die Entscheidung informiert, sie bei einem so wichtigen Ereignis von einer Staatsangehörigen des Landes, das Krieg gegen die Ukraine führt, anführen zu lassen“, hieß es in einem X-Post der staatlichen ukrainischen Spendeninitiative. Kutscherowa hatte sich als Freiwillige für die Winterspiele gemeldet. Als der Choreograf der Eröffnungsfeier fragte, ob einer der Plakatträger eine der Nationen besonders gern begleiten wolle, wählte Kutscherowa nach eigenen Angaben die Ukraine – und erhielt den Zuschlag.

Organisationskomitee: Können nicht jeden Einzelnen überprüfen
Ein Sprecher des italienischen Organisationskomitees sagte, auch sie hätten erst durch die aktuellen Medienberichte vom Hintergrund der Russin erfahren. „Es gab rund 1.200 Freiwillige, die die Eröffnungsfeier einzigartig machen sollten. Wir können nicht jeden Einzelnen überprüfen“, sagte Luca Casassa. IOC-Sprecher Mark Adams erklärte: „Ich habe wenig dazu zu sagen. Aus meiner Sicht ist es kein Problem, wenn jemand ein Schild trägt.“

Kutscherowa trug wie die anderen Plakatträger einen langen silbernen Mantel mit Kapuze und eine große schwarze Brille, war daher praktisch nicht zu erkennen. Hinter ihr lief u.a. die ukrainische Fahnenträgerin Jelysaweta Sydorko in die legendäre Fußball-Arena.

Die Russin äußerte Sympathien für die Ukraine, die sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. „Wenn man Seite an Seite mit diesen Menschen geht, dann erkennt man, dass sie jedes Recht haben, Hass gegenüber jedem Russen zu fühlen“, sagte Kutscherowa der Nachrichtenagentur AP. Es sei ihr daher wichtig gewesen zu zeigen, dass nicht alle so denken würden.

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