Gold für Frankreich

„Katastrophe!“ Unsere Biathlon-Staffel enttäuscht

Olympia
18.02.2026 16:10
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Österreichs Biathlon-Frauen haben am Mittwoch bei den Olympischen Spielen eine große Enttäuschung erlebt. Das ÖOC-Team mit Tamara Steiner, Anna Gandler, Anna Andexer und Lisa Hauser landete in Antholz nach zwei Strafrunden und 15 Nachladern nur an der 15. Stelle.

Gold ging mit einer Strafrunde und sechs Nachladern an Frankreich bzw. Camille Bened, Lou Jeanmonnot, Oceane Michelon und Julia Simon. 51,3 Sekunden dahinter holte Schweden (1+7) Silber, Norwegen (0+7) gewann Bronze.

Anna Gandler
Anna Gandler(Bild: EPA/PIERRE TEYSSOT)

Österreichs Startläuferin Tamara Steiner verzeichnete beim zweiten Schießen eine Strafrunde und drei Nachlader und übergab als 18. mit rund 85 Sekunden Rückstand an Anna Gandler. Auch die 25-jährige Tirolerin musste dreimal nachladen und übergab nur als 17. und mit 2:13 Minuten Rückstand. Anna Andexer verpatzte ihren Abschnitt mit einer Strafrunde und vier Nachladern, womit endgültig ein Platz unter ferner liefen gesichert war.

Hauser: „Eine kleine Katastrophe“
Lisa Hauser ging mit fast vier Minuten Rückstand in ihre Runde. Trotz insgesamt fünf Nachladern brachte die rot-weiß-rote Schlussläuferin ihr Team noch in die Top 15, was für das Quartett mit weit höheren Ambitionen wohl nur ein schwacher Trost war. „Ich sage einmal, eine kleine Katastrophe“, sagte Lisa Hauser im ORF-TV. Es ist keine von uns wirklich in das Rennen reingekommen, es hat jede Einzelne irgendwo wirklich Probleme gehabt. Wir haben uns echt was anderes vorgestellt und haben ein anderes Ziel gehabt.“

Startläuferin Steiner Tamara Steiner war geknickt. „Ich könnte es auf alle Fälle viel besser, mir tut es extrem leid für meine Teamkolleginnen.“ Gandler hat nicht, wie von ihr erhofft, „Frieden mit Antholz“ schließen können. Beim Stehendschießen sei ihr dann auch noch etwas am Gewehr gebrochen. „Das war total ärgerlich und hat mich total aus dem Rhythmus gebracht.“ Ähnlich ging es Andexer nach ihr, die im Stehend „alles probieren“ wollte, weil man nichts mehr zu verlieren habe. „Das darf halt normal nicht passieren.“

(Bild: AFP/FRANCK FIFE)

Sportliche Wiedergutmachung von Simon?
Julia Simon indes gewann damit bereits ihr drittes Gold im Zuge dieser Spiele. „Es war unglaublich. Die Mädchen haben die meiste Arbeit gemacht, also konnte ich es genießen“, meinte sie bescheiden. Als Schlussläuferin hat sie nach der pikanten Kreditkartenaffäre, als sie mit der Karte einer Kollegin einkaufen war und sogar dafür verurteilt wurde, vielleicht auch sportlich etwas Wiedergutmachung betrieben. Auch bei den Männern hatte Frankreich den Olympiasieg in der Staffel eingeheimst.

Die Französinnen haben auch bewiesen, was trotz verpatzter Startrunde noch möglich ist: Bened hatte mit einer Strafrunde plus drei Nachladern (wie Steiner, Anm.) nur als 16. übergeben. Nicht zuletzt auch dank vieler Fehler anderer Nationen wie etwa Franziska Preuß, deren schlechte Schussleistung Deutschland (Rang vier) zumindest die Medaille kostete, stürmten Frankreich noch zu Gold.

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