Der Prozess rund um den kleinen Elias (3), der von seinen Eltern zu Tode gequält wurde, hat am Montag ganz Österreich und darüber hinaus schockiert. Die beiden 27-Jährigen wurden letztlich zu einer lebenslangen Haft verurteilt – zunächst nicht rechtskräftig. Nun gibt es neue Entwicklungen: Der Vater und die Mutter von Elias nehmen die Strafe an!
„In gegenständlicher Sache darf ich Ihnen mitteilen, dass mein Mandant keine Rechtsmittel gegen den Schuldspruch erheben wird“, betonte Verteidiger Matthias Holzmann Donnerstagvormittag gegenüber der „Krone“.
Das bedeutet konkret: „Der Kindsvater akzeptiert das Urteil. Er empfindet es als gerechte Strafe und möchte nunmehr in Haft sein Fehlverhalten mit professioneller Hilfe aufarbeiten.“
Der Kindsvater möchte in Haft sein Fehlverhalten mit professioneller Hilfe aufarbeiten.

Matthias Holzmann, Verteidiger des Vaters
Bild: www.mh-law.at
Auch Oliver Mathis, Verteidiger der Mutter von Elias, habe mit seiner Mandantin „ausführlich“ über das Urteil gesprochen. „Sie möchte ebenfalls nichts dagegen unternehmen und akzeptiert es“, betont Mathis gegenüber der „Krone“. Sie sei froh, „wenn sie von der U-Haft in das forensisch-therapeutische Zentrum gebracht wird und dort mit der Therapie beginnen kann“. Das werde aber noch etwas dauern, wie der Verteidiger anmerkt.
Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ergreift ebenfalls keine Rechtsmittel.
Meine Mandantin ist froh, wenn sie von der U-Haft in das forensisch-therapeutische Zentrum gebracht wird.

Oliver Mathis, Verteidiger der Mutter
Bild: Johanna Birbaumer
Bub musste unfassbare Qualen ertragen
Der qualvolle Tod des dreijährigen Tiroler Buben – er wurde fünf endlose Monate lang gefoltert durch die eigenen Eltern bis er schließlich in einer 50 mal 50 Zentimeter großen Schublade verhungerte und verdurstete – sprengte am Landesgericht Innsbruck die Grenze des Erträglichen.
„Mystische Scheinwelt“ mit Dämon
„Es“, „Dorothea“ oder „die Alte“ nannte das Paar (beide 27 Jahre) den Dämon, den sie im Körper ihres Kindes wähnten und der „besiegt werden musste“. „Kein Wahn und keine Krankheit“, betonte die erfahrene Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner. Die Eltern hätten schlichtweg ein Ventil gesucht, um ihren Chaos-Alltag mit drei weiteren kleinen Töchtern und finanziellen Problemen zu ertragen und kein eigenes Verschulden daran anerkennen zu müssen.
Die Eltern hatten sich beim Prozess am Montag im Innsbrucker Landesgericht geständig gezeigt, der Vater fand „keine Erklärung“ für sein Handeln. Die Mutter machte keine Aussage mehr.
Tränen bei den Geschworenen
Im Laufe des Prozesses mussten sich die Geschworenen auch Bilder und Videos des gefolterten Buben ansehen. Das Erschrecken über das Gesehene konnte man an ihren Gesichtern ablesen, zum Teil mussten sie sich auch vom Bildschirm abwenden. Es flossen auch Tränen.
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