Kriegsgefahr im Raum

Heikle Gespräche: USA und Iran ringen um Atomfrage

Außenpolitik
06.02.2026 06:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Während die militärische Spannung in der Golfregion weiter zunimmt, wollen die USA und der Iran einen neuen diplomatischen Anlauf wagen. In der omanischen Hauptstadt Maskat sollen am Freitag Gespräche beginnen, die angesichts gegenseitiger Drohungen und einer angespannten innenpolitischen Lage im Iran als besonders heikel gelten.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi traf in der Nacht auf Freitag in Maskat ein. Begleitet wurde er von seinen Vizeministern Majid Takht-Rawanchi und Kasem Gharibabadi, wie der staatliche iranische Rundfunk berichtete. Nach Angaben Araqchis sollen die Gespräche um 10 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ) beginnen. Regierungskreise in Washington bestätigten das Treffen. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten seien zu einem Dialog bereit, auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff werde an den Gesprächen teilnehmen.

Massive militärische Drohkulisse im Hintergrund
Unklar bleibt jedoch, worüber konkret verhandelt werden soll. Teheran will sich nach Angaben Araqchis auf das iranische Atomprogramm sowie eine mögliche Lockerung der Sanktionen beschränken. Die USA drängen hingegen darauf, auch das iranische Raketenprogramm sowie die Unterstützung von Verbündeten wie der Hamas, der Hisbollah-Miliz im Libanon und der Houthi im Jemen auf die Tagesordnung zu setzen.

„Nieder mit den USA“, ist in Teheran plakatiert, im Schatten der Kriegsgefahr geht das Regime ...
„Nieder mit den USA“, ist in Teheran plakatiert, im Schatten der Kriegsgefahr geht das Regime nun trotzdem in Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.(Bild: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH)

Die Gespräche finden vor dem Hintergrund massiver militärischer Drohkulissen statt. Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Golfregion zuletzt deutlich verstärkt, eigenen Angaben zufolge zum Schutz von Stützpunkten und Verbündeten. US-Präsident Donald Trump drohte bereits mit einem härteren Militärschlag als bei den Angriffen auf iranische Atomanlagen im Juni 2025.

Sorge, dass Bevölkerung „geopfert“ wird
Skeptisch blickt auch der iranische Filmemacher Jafar Panahi auf die geplanten Gespräche. In einem Interview äußerte der preisgekrönte Regisseur die Sorge, dass die Interessen der iranischen Bevölkerung bei den Verhandlungen geopfert werden könnten. „Das Volk hat in diesen Verhandlungen keinen Vertreter, und seine Interessen werden nie berücksichtigt“, sagte Panahi. Was auch immer bei den Gesprächen herauskomme, werde nicht zum Vorteil der Bevölkerung sein.

„Massaker“ an Protestierenden
Panahi verwies dabei auch auf die jüngsten Proteste im Iran, die Ende Dezember begonnen hatten. Auslöser war zunächst die schlechte wirtschaftliche Lage, rasch richteten sich die Demonstrationen jedoch gegen die Führung der Islamischen Republik. Die Proteste wurden im Jänner gewaltsam niedergeschlagen. Die Menschenrechtsorganisation Hrana spricht von mehr als 6800 bestätigten Todesopfern, darunter dutzende Kinder.

Die iranische Führung nennt mehr als 3000 Tote, andere Menschenrechtsgruppen gehen von bis zu 30.000 Opfern aus. Panahi zeigte sich über diese Zahlen schockiert und sprach von einem „Massaker“, das der Regierung jegliche Legitimität entziehe.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt