Ist „politisch naiv“
Iranischer Außenminister nennt Merz „widerwärtig“
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi hat den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz scharf kritisiert. Es sei „bedauerlich“, dass dieser „widerwärtige Charakter“ Deutschland auf der Weltbühne vertrete.
Araqchi warf Merz zudem „politische Naivität“ vor und schrieb weiter, der Iran habe stets enge Beziehungen zu Deutschland gepflegt. Nun aber hoffe er auf einen Regierungswechsel: „Wir hoffen, dass Deutschland wieder eine reifere und ehrenhafte politische Führung bekommt.“ Deutschland sei vom „Motor des Fortschritts in Europa“ zum „Motor des Rückschritts geworden“.
Reaktion auf Äußerungen zu Friedensbemühungen
Araqchi reagierte mit seiner Kritik auf Äußerungen von Merz auf X. Der Kanzler hatte erklärt, die Entwicklungen im Iran stünden regionalen Friedensbemühungen entgegen. Deutschland sei bereit, den Druck zu erhöhen und Gespräche aufzunehmen, um das iranische Atomprogramm rasch zu beenden. Ähnlich hatte er sich der CDU-Vorsitzende am Mittwoch vor Beginn seiner ersten Reise in die Golfregion geäußert.
Am 13. Jänner hatte Araghchi auf X folgenden Beitrag auf X veröffentlicht:
Hintergrund sind geplante indirekte Gespräche zwischen Iran und den USA, die iranischen Angaben zufolge am Freitag in Maskat, der Hauptstadt des Oman, beginnen sollen. Teheran will nach eigenen Aussagen ausschließlich über sein Atomprogramm verhandeln.
Die USA wollen jedoch auch das Raketenprogramm, Menschenrechtsverletzungen und die Unterstützung bewaffneter antiisraelischer Gruppen wie die Hamas (Palästina – Gazastreifen), die Hisbollah (Libanon) und die Houthi (Jemen) thematisieren.
Araqchi kritisierte zudem, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien (E3) im September 2025 den sogenannten Snapback-Mechanismus auslösten. Damit können UNO-Sanktionen gegen Iran reaktiviert werden, was das Wiener Atomabkommen von 2015 de facto außer Kraft setzte. Der Iran bezeichnet diese Entscheidung als verantwortungslos.
Kommentare zu Protesten kritisiert
Ein weiterer Kritikpunkt Araqchis betrifft Äußerungen von Merz zu den jüngsten Massenprotesten im Iran: „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen“, sagte Merz Mitte Jänner. Teheran sprach von einer „verantwortungslosen Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iran“.








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