„Krone“-Kommentar

Und unsere Einflusssphäre?

Kolumnen
08.01.2026 11:00

Die sogenannte „Monroe Doktrin“, auf die sich US-Präsident Trump gegenwärtig bei seinen militärischen Übergriffen auf die Souveränität lateinamerikanischer Staaten beruft, definiert bekanntlich den gesamten amerikanischen Kontinent als US-Einflusssphäre. Und sie stammt aus dem Jahre 1823.

EINERSEITS mag das Denken in geopolitischen Kategorien, je nach machtpolitischer Nützlichkeit und den eigenen militärischen Möglichkeiten entsprechend, für eine Supermacht, wie es die USA nach wie vor sind, durchaus logisch sein.

ANDERERSEITS darf man sich dann nicht wundern, wenn andere Großmächte eben derselben Logik folgen. Wenn also Russland seine Einflusssphäre auf der Basis des Panslawismus definiert, oder auf jener der ehemaligen Sowjetunion oder gar des Warschauer Pakts. Oder wenn China nicht nur Taiwan, sondern insgesamt Ostasien als seinen Einflussbereich betrachtet.

Und apropos 1823: damals gab es im alten Europa den „Deutschen Bund“ und die „Heilige Allianz“ und der dominante Politiker war Österreichs Staatskanzler Fürst Metternich. Und dieser betrachtete ganz Mitteleuropa, sowie den Donauraum und den Balkan als Österreichs Einflusssphäre.

Wenn also Bundeskanzler Stocker und Außenministerin Meinl-Reisinger der politischen Logik eines Donald Trump folgen würden, müssten sich Ungarn, Slowenen, Kroaten und Tschechen und womöglich sogar die Deutschen warm anziehen.

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