Linzer Westring

Klimaaktivisten wollen Bohrkopfbergung verhindern

Oberösterreich
30.12.2025 11:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Seit 19. November harren Umweltaktivisten am Linzer Froschberg aus, um sich gegen das großflächige Abholzen alter Bäume für den Linzer Westring (A26) zu wehren. Im neuen Jahr soll das Camp offenbar Bergungsarbeiten eines Bohrkopfes im Berg Platz machen, berichteten die Aktivisten.

Ihr Camp soll 50 bis 100 Meter weichen, damit ein Bohrkopf geborgen werden kann, der vor einigen Wochen auf der Baustelle zum Linzer Westring in 17 Metern Tiefe unter dem Bergschlösslpark stecken blieb, vermuten die Umweltschützer. Der Bohrkopf war beim Microtunneling nach 120 Metern Vortrieb hängen geblieben. Erst wenn man ihn gelöst hat, können die noch fehlenden 100 Meter Kanal weitergebohrt werden. Im November seien alle Versuche gescheitert, ihn wieder in Bewegung zu setzen, hatte die Linz AG informiert.

Bäume sollen dabei jedenfalls nicht gefällt werden. Zu einem neuerlichen Anlauf zur Bergung werde es wohl nach den Feiertagen kommen, sagte eine Sprecherin am Montag.

Die Aktivisten haben auf die Baumstümpfe Kerzen gestellt
Die Aktivisten haben auf die Baumstümpfe Kerzen gestellt(Bild: Kerschbaummayr Werner)

Bäume sterben wegen Bohrkopfbergung
Das Camp befinde sich keineswegs zufällig über der Stelle, an der der Bohrkopf vermutet wird. Denn um ihn zu bergen, stehe eine erneute Zerstörung des Baumbestandes bevor, warnten die Aktivisten – im Wesentlichen von der Initiative „Ja! Zum Grüngürtel“, unterstützt von der „Bürgerinitiative Froschberg“ – in einer Presseaussendung.

„Leisten weiterhin Widerstand“
„Das Klima-Camp wird daher den Platz nicht räumen und weiterhin Widerstand leisten“, hieß es. Denn genau über dem Bohrkopf stünden sieben Bäume, die aufgrund der Schädigungen durch die Bergung absterben würden. Laut Auskunft des Magistrats stehe das Bergschlössl samt Park im Eigentum der Stadt Linz, die für den Autobahnbau nötigen Grundstücke seien an die Asfinag übergegangen.

Panne als „Vorbote“
Umweltschützer und Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) sahen in der Bohrkopf-Panne einen möglichen Vorboten künftiger Probleme: „Wenn ein kleines, technisches Manöver wie die Kanaldüker-Umlegung bereits zu einer teuren Rettungsaktion und ungeplanten Eingriffen in den Park führt, wie soll dann ein komplexer, 3,2 Kilometer langer Tunnel in diesem geologisch schwierigen Umfeld unter Kontrolle gehalten werden?“, fragt man sich bei „Ja! zum Grüngürtel“.

Die Aktivistinnen und Aktivisten protestieren seit 19. November in dem Park gegen die Rodungsarbeiten für das Westring-Portal, dem 243 Bäume weichen sollen. Großteils handelt es sich um alte Exemplare. Eine gefällte Rotbuche ist den Jahresringen nach im Jahr 1880 gepflanzt worden.

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