„Harte“ Beobachtung. „Ganz Österreich im WM-Fieber“ haben wir in der Donnerstag-Ausgabe der „Kronen Zeitung“ den Jubel über die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft nach dem nervenaufreibende entscheidenden Spiel gegen Bosnien-Herzegowina am Dienstag Abend im Happel-Stadion gefeiert. „Ganz Österreich“ – wenn man darunter, „Österreicherinnen und Österreicher und alle, die in Österreich leben“, wie es in der Anrede von Bundespräsident Alexander Van der Bellen stets heißt, versteht, dann wären Einschränkungen vonnöten. Allein wenn man erlebt hat, dass viele tausend Bosnier, die meisten wohl hier lebend, manche sicher auch längst österreichische Staatsbürger, sich in Wien für Bosnien den Leib aus der Seele schrien. Diesem Thema widmet sich in der heutigen Ausgabe der „Krone“ Lehrerin und Buch-Autorin Susanne Wiesinger in ihrer Kolumne „Harte Schule“. Mit einer durchaus „harten“ Beobachtung…
„Warum für Österreich?“ Lehrerin Wiesinger erzählt, dass ihre Schüler Fußball lieben, doch große Begeisterung über die Teilnahme der österreichischen Nationalmannschaft an der WM konnte sie keine feststellen. Sie schreibt, sie habe unlängst den neunjährigen, sehr talentierten Fußballer Abdullah aus Syrien angespornt: „Ich würde mich riesig freuen, wenn du später einmal im Happel-Stadion für Österreich spielen würdest!“ Seine Reaktion sei eine Mischung aus Überraschung und Stolz gewesen: „Ich für Österreich? Wirklich? Warum?“ Wiesinger berichtet, dass die Fußballfans unter den Schülern Alaba, Arnautovic und Laimer natürlich kennen – jedoch „vor allem wegen der Clubs, bei denen diese Stars spielen. Aber Österreich, wo sie leben, ist für viele meiner Schüler nicht das Land, dem sie bei einer Fußballweltmeisterschaft die Daumen drücken.“ Und das selbst dann nicht, wenn sie bereits österreichische Staatsbürger sind oder in dritter Generation hier leben. Hoffnungslos? Nein! Wiesinger findet: „Wenn Marko Arnautovic vom Kanzler und vom Bundespräsidenten einen Feiertag fordert und somit den Stolz eines ganzen Landes verkörpert, wirkt das besser als jeder Integrations-Workshop.“ Möge dieser Wunsch in Erfüllung gehen!
Kommen Sie gut durch den Freitag!
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