Retter zeigen Ehrgeiz

So geht es mit Wal „Timmy“ in der Ostsee weiter

Ausland
16.04.2026 18:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Donnerstagnachmittag ist ein weiterer Rettungsversuch für den Buckelwal „Timmy“ abgebrochen worden. „Wir haben heute Vormittag leider Zeit verloren“, sagte MediaMarkt-Millionär Walter Gunz, der das Vorhaben gemeinsam mit Unternehmerin Karin Walter-Mommert geplant hatte.

Wie berichtet, soll das Tier mit Luftkissen gerettet werden. Auf diese soll „Timmy“ angehoben werden und anschließend auf ein Schleppschiff kommen, um die Ostsee wieder zu verlassen. Doch der Wal ist geschwächt und auch die Bedingungen wie das Wetter und der Wasserstand müssen passen, damit das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann. 

„Heute wird zwar noch das Equipment aufgebaut. Aber ansonsten wird es erst am Freitag weitergehen“, sagte Gunz (79) zur „Bild“. Gemeinsam mit Walter-Mommert finanziert er die Rettungsaktion. Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern dulden diesen, betonen aber, selbst nicht dafür verantwortlich zu sein. Umweltminister Til Backhaus (SPD) sprach von einer „Chance“.

Die Erklärgrafik zeigt eine Rettungsaktion für einen gestrandeten Buckelwal an der Ostseeinsel Poel in Deutschland. Sie enthält eine Darstellung des Wals und gibt Informationen zu Größe, Gewicht, Lebenserwartung und Nahrung: Weibchen werden bis zu 17 Meter lang, Männchen bis zu 15 Meter, das Gewicht kann bis zu 30.000 Kilogramm betragen, die Lebenserwartung liegt bei bis zu 90 Jahren. Der Wal frisst Krill und Fisch. Quelle: APA.
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Ausgang „nicht vorhersehbar“
„Timmy“ irrt bereits seit Anfang März vor der deutschen Ostseeküste umher. Er strandete gleich mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt setzte er sich bei der Insel Poel auf Grund.  Offiziell waren alle Rettungs- und Hilfsversuche für den nahezu bewegungslos daliegenden Wal bereits vor etwas mehr als zwei Wochen als sinnlos und potenziell nur noch tierquälend beendet worden. Ein wissenschaftliches Gutachten bestätigte das vor einer Woche. Der aktuelle Ansatz sei aber schonend und tierschutzrechtlich akzeptabel, sagte Backhaus.

Die private Initiative selbst sagte bereits, dass der Ausgang ihres Rettungsversuchs „nicht vorhersehbar“ sei. Am Donnerstag wurde der Meeresbewohner, für den die Ostsee ungeeignet ist, mit mehreren Tüchern bedeckt. Damit soll er befeuchtet werden. Retter leerten dazu auch Gießkannen über dem Buckelwal aus, darin dürfte sich eine salzhaltige Flüssigkeit befunden haben. Wale leben normalerweise in Ozeanen, die einen deutlich höheren Salzgehalt haben.

Sehr unterschiedliche Eindrücke
Grundsätzlich gelten Mehrfachstrandungen als Zeichen für massive Probleme. Die Eindrücke vom Zustand des Tieres sind aber sehr unterschiedlich. Am Blasrohr seien keine Entzündungszeichen erkennbar, sagte etwa Fachmann Sergio Bambaren zur „Bild“. Der einsetzende Regen habe „Timmy“ gut getan und er habe auch „keinerlei Aufregung“ gezeigt. Der Leiter der Abteilung Meeresschutz beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Kim Detloff, denkt nicht, dass die Rettung gelingen werde. „Ich hoffe, dass der Ehrgeiz einer Rettungsaktion nicht über dem Wohl des Tieres liegt“, sagte er. Der öffentliche Druck habe dazu geführt, „eine Entscheidung zu treffen, die man vor einer Woche hätte treffen müssen“.

Bisher lassen sich die privaten Initiatoren jedoch nicht davon beirren. Am Freitag soll ein weiterer Rettungsversuch gestartet werden. Luftkissen und Schwimmpontons seien bereit, hieß es. Der eigentliche Lebensraum von Buckelwalen ist der Atlantik.

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