Botanischer Garten

Neue Leiterin: Was Graz von Neuseeland lernen kann

Steiermark
25.10.2025 16:30

Zwischen gut 7500 Pflanzenarten hat Sarah Bürli ihren neuen Arbeitsplatz gefunden. Die weitgereiste Biologin aus der Schweiz hat die Leitung des Botanischen Gartens der Universität Graz übernommen – und bringt eine Leidenschaft mit, die weit über die Beete hinauswächst: den Schutz seltener und bedrohter Arten.

Von Lausanne über Auckland nach Graz – der Weg der 34-Jährigen verlief alles andere als geradlinig. „Eigentlich wollte ich Physikerin werden“, erzählt Bürli und lacht. Doch dann zog sie die Biologie in ihren Bann: „Pflanzen haben mich schon immer fasziniert, ihre Vielfalt, ihre Überlebensstrategien.“ In ihrem neuen Reich haben es ihr einige außergewöhnliche Exemplare angetan – etwa eine Pflanze, die ihren eigenen Kompost produziert, oder die „Astrantia major“, die Große Sterndolde, die sie an ihre Kindheit in den Alpen erinnert.

„Vielfalt muss bewahrt werden“
Diese Prägung bestimmt auch ihre Arbeit in Graz. „Eine unserer zentralen Aufgaben ist es, die genetische Vielfalt der heimischen Flora zu bewahren“, sagt Bürli. Dazu werden im Botanischen Garten gefährdete Arten gezielt vermehrt, um sie später wieder in der Natur anzusiedeln – eine von vielen Aufgaben der steirischen Institution, die angesichts der Klimakrise zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Steigende Temperaturen setzen immer mehr Pflanzen unter Druck.“

Die Schweizerin hat in Graz neue Wurzeln geschlagen.
Die Schweizerin hat in Graz neue Wurzeln geschlagen.(Bild: Christian Jauschowetz)
Auf einer Fläche von rund 2,8 Hektar – exklusive Gewächshausfläche – wachsen etwa 7500 ...
Auf einer Fläche von rund 2,8 Hektar – exklusive Gewächshausfläche – wachsen etwa 7500 Pflanzenarten.(Bild: Christian Jauschowetz)
(Bild: Christian Jauschowetz)
(Bild: Christian Jauschowetz)
(Bild: Christian Jauschowetz)

Dass der Garten als Teil der Universität Graz in erster Linie eine wissenschaftliche Einrichtung ist, ist für Bürli ein weiterer entscheidender Faktor. So will sie etwa Untersuchungen zur Ökologie und zum Schutz seltener, alpiner Arten vorantreiben. „Aktuell läuft etwa ein Projekt im Gesäuse, das erforscht, ob seltene Pflanzen stärker auf klimatische Veränderungen reagieren als häufiger vorkommende Arten.

Von den Māori gelernt
Internationale Erfahrung bringt die Botanikerin reichlich mit: Zwei Jahre lang arbeitete sie in Neuseeland an der Wiederaufforstung einheimischer Wälder – in enger Kooperation mit den Māori. „Ihre tiefe Verbundenheit mit der Natur war für mich besonders faszinierend“, erzählt Bürli. „Dass ihr Lebensraum gepflegt und geschützt wird, ist für sie völlig klar.“

Diese Haltung möchte sie auch in Graz fördern: „Ein respektvoller Umgang mit Pflanzen und ihren Lebensräumen sollte überall auf der Welt selbstverständlich sein.“

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