Schönste Wanderrouten

Ausflug über die Grenze und ins Mittelalter

Vorarlberg
19.09.2025 11:35

Werdenberg, im Kanton St. Gallen, ist die älteste Holzbausiedlung der Schweiz, über der das Schloss Werdenberg thront. Die inzwischen verloschene Adelslinie der Werdenberger verband eine wechselhafte Geschichte mit dem Ländle.

Ein weiteres Mal geht es für einen Ausflug über die Landesgrenze. Zugleich steht auch eine kleine Zeitreise an. Ziel ist Werdenberg, die älteste Holzbausiedlung der Schweiz und vor allem durch das gleichnamige Schloss bekannt, das malerisch auf einem Hügel thront. Die Ortschaft verfügt über das historische Stadtrecht und befindet sich im Kanton St. Gallen – bis nach Feldkirch sind es nur wenige Kilometer Luftlinie.

Der Rhein bildet die natürliche Grenze zwischen der Schweiz und Österreich: Auf der einen Seite liegen Buchs, Grabs und Sevelen, auf der anderen der Feldkircher Stadtteil Gisingen. Historisch gab es immer wieder Verflechtungen zwischen den Ländern und den jeweils herrschenden Familien. So war das Geschlecht der Werdenberger eine Seitenlinie der Montforter. Beide Adelshäuser gehen auf dieselben Ahnherren zurück. Neben der Kernherrschaft Werdenberg (Burg Werdenberg bei Buchs) besaßen die Werdenberger auch Güter und Rechte in Vorarlberg, insbesondere im Montafon und Walgau.

Tipps & Infos

Typ: Spaziergang mit kulturell-historischen Highlights Ausgangspunkt: Werdenberg, Parkplatz beim Schlossweg
Dauer: rund zweieinhalb bis drei Stunden sollte man sich Zeit nehmen
mehrere Einkehrmöglichkeiten sind vorhanden Öffentliche Verkehrsmittel: Zug ab Feldkirch Bahnhof nach Busch SG und von dort zu Fuß oder mit der Buslinie 410 nach Werdenberg

Beide Familien spielten im Spätmittelalter eine wichtige Rolle im Bodenseeraum, Vorarlberg, Rheintal und Graubünden. Sowohl Montfort als auch Werdenberg standen zeitweise in Konkurrenz zueinander, verbündeten sich aber auch gegen äußere Mächte wie etwa die expandierenden Habsburger. Im 14. Jahrhundert geriet die Grafschaft Werdenberg immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten und wurde teils an die Montforter Linien verpfändet. Hinzu kamen verlustreiche Fehden, etwa mit den aufstrebenden Eidgenossen, den Appenzellern, sowie auch innerfamiliäre Konflikte. Im 15. Jahrhundert erloschen nach und nach die verschiedenen Linien dieser Adelsfamilie, ihre Grafschaften gingen größtenteils an die Habsburger über. Damit endete die politische Eigenständigkeit der Werdenberger, deren Name heute nur noch in Burg und Städtchen weiterexistiert.

Blick vom Schlossturm in Richtung Alpstein.
Blick vom Schlossturm in Richtung Alpstein.(Bild: Rubina Bergauer)
Spaziergang durch die Gassen von Werdenberg.
Spaziergang durch die Gassen von Werdenberg.(Bild: Rubina Bergauer)
Das ab 1228 errichtete Schloss liegt oberhalb des mittelalterlichen Städtchens.
Das ab 1228 errichtete Schloss liegt oberhalb des mittelalterlichen Städtchens.(Bild: Rubina Bergauer)

Die Ortschaft Werdenberg samt Schloss lässt sich am besten zu Fuß, im Rahmen eines Spazierganges erkunden. Vom gebührenpflichtigen Parkplatz etwas außerhalb des historischen Ortskerns führt der Weg in einem kurzen, aber knackigem Anstieg direkt auf den Schlosshügel. Die Eintrittskarte, welche man im Café innerhalb der Schlossmauern erwirbt, gilt auch für das Schlangenhaus unten am Werdenbergersee. Im historischen Gebäude wird Besuchern die Geschichte der Werdenberger in Form einer klassischen, musealen Ausstellung sowie in kreativer Art mit Scherenschnittkino nähergebracht.

Wunderbarer Ausblick über die gesamte Umgebung
Ein Aufstieg in den Turm lohnt sich – von dort hat man einen wunderbaren Ausblick über die gesamte Umgebung bis hin zum Alpsteingebiet. Nach der Besichtigung des Schlosses folgt man den Stufen am Weinberg hinab in den Ort. Zwischen den liebevoll gepflegten Holzhäusern und Bauerngärten fühlt man sich wirklich in der Zeit zurückversetzt. Entlang der pittoresken Häuserfassaden geht es zum sogenannten Schlangenhaus. Das Gebäude hat seinen Namen von zwei großen Lindwürmer die auf der Unterseite des Daches aufgemalt sind. Im Inneren ist die Geschichte der Region von den ersten Siedlungsspuren bis zum aufkommenden touristischen Interesse an dieser einzigartigen mittelalterlichen Holzbausiedlung in den 1960er-Jahren inszeniert.

Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlose ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Zeitlosengewächse. Ihren deutschen Namen verdankt sie dem Umstand,dass ihre zarten, lilafarbenen Blüten von September bis Oktober erscheinen und damit außerhalb der üblichen Blütezeit anderer Pflanzen. Mit ihrem späten Erblühen markiert die Blume gleichsam den Beginn des Herbstes. Die grünen Blätter und Samenkapseln entwickeln sich hingegen erst im darauffolgenden Frühjahr. Aufgrund dieser zeitlichen Trennung erinnert die Herbstzeitlose zwar an den Krokus, ist jedoch nicht mit diesem verwandt. Bevorzugt wächst die Pflanze auf feuchten, nährstoffreichen Wiesen, in Auen oder lichten Wäldern und ist in weiten Teilen Europasverbreitet. Bekannt ist sie vor allem wegen ihrer starken Giftigkeit: Alle Pflanzenteile enthalten das Alkaloid Colchicin, das schon in geringen Mengen lebensgefährlich sein kann. Typische Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufversagen. Immer wieder kommt es besonders im Frühling zu schwerwiegenden Verwechslungen der Blätter mit jenen des Bärlauchs. Umgangssprachlich wird die Pflanze auch „Giftkrokus“ genannt.

Die Herbstzeitlose.
Die Herbstzeitlose.(Bild: Rubina Bergauer)

Nach dem Museumsbesuch empfiehlt sich ein Spaziergang um den Werdenbergersee. Dabei lassen sich verschiedene Wasservögel wie Blesshühner, Stockenten und Schwäne beobachten. Wer möchte, kann direkt am Seeufer auf eine Erfrischung einkehren, bevor es wieder retour zum Parkplatz geht.

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