





Am Anfang wollten sechs Kaufmannsfrauen die Not der Villacher lindern, 100 Jahre später sind 28 Frauen karitativ und kulturell aktiv. Woher ihr Kleid kommt und was auf ihrer Gürtelkette zu sehen ist...
Als die Österreichische Wirtschaftsausstellung in Villach eröffnet und das Fünf-Jahres-Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung gefeiert wurde, beschlossen sechs Kaufmannsfrauen, sich für das soziale Wohl der Stadt einsetzen zu wollen: Josefine Adamitsch, Bertha Brugger, Elise Eder, Käthe Fischer, Mimi Huth und Martha Troger gründeten die Villacher Bürgerfrauen – somit Kärntens zweitälteste Gruppe der Bürger- und Goldhaubenfrauen.






Mit Herz und Hirn helfen, vor allem Kindern in Not
Nach dem Ersten Weltkrieg war die Not groß. Die Bürgerfrauen sammelten Lebensmittel, sorgten für Kinderbetreuung und rückten zu Pflegeeinsätzen aus, um Villacher Familien zu helfen. Vor allem benachteiligte Kinder waren den Bürgerfrauen ein Anliegen; nach wie vor setzt sich der Verein für die Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder ein. Aber auch alte und bedürftige Villacher können auf die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Damen zählen.
Geld lukrieren die mittlerweile 28 Damen beispielsweise durch den Laternenverkauf am Villacher Bauernadvent.
Das jahrzehntelange Engagement des Vereines wurde heuer besonders geehrt: Beim 80. Villacher Kirchtag wurde den Villacher Bürgerfrauen das Recht zur Führung des Landeswappens verliehen.
Kleid erinnert an Kaffeehausbesitzerin
„Diese Verleihung hat uns sehr mit Stolz erfüllt“, so die Bürgerfrauen um Obfrau Tanja Karl, die neben sozialen Aufgaben auch kulturelle Pflichten erfüllen, stets bei der Kräutersegnung in Maria Gail dabei sind und in ihren edlen Kleidern zahlreiche Veranstaltungen besuchen. Das Kleid der Villacher Bürgerfrauen entstand nach einem Portrait der Villacher Kaffeehausbesitzerin Maria Klimbacher aus dem Jahr 1820. Es ist bodenlang, zweiteilig und einfärbig, mit einem breiten Spitzenkragen. An der silbernen Gürtelkette sind die Initialen der Trägerin zu sehen. Eine kleine silberne Geldbörse am Gürtel steht für die Macht und Würde der Hausfrau. Goldspitze auf schwarzer Unterlage bildet die vorne aufgebogene Goldhaube; hinten prangt eine Schleife.
Büchlein für besondere Momente
Jede Villacher Bürgerfrau hat ein in Leder gebundenes Merkbüchlein, in das
sie Eindrücke und Erinnerungen aus den Vereinsaktivitäten eintragen kann, wie in ein Tagebuch, um diese besonderen Erlebnisse für immer festzuhalten.
Ihre ersten 100 Jahre feiern die Villacher Bürgerbrauen am 20. September im Warmbaderhof. Sie wollen weiterhin mit Herz und Hirn helfen und die Goldhaube, einst Zeichen für einen sozialen Status, als Symbol für Gemeinschaft und soziales Engagement tragen.
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