Mitten durch das idyllische Lecknertal verläuft die Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Über 50 Alpen gibt es in dem Gebiet und zahlreiche Wanderrouten, die durch diese überaus vielfältige Kulturlandschaft führen.
Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Bregenzerwaldes und gelegen im Grenzgebiet zwischen Österreich und Deutschland erstreckt sich das Lecknertal. Es ist geprägt von weitläufigen Alpen – über 50 an der Zahl – und ein idealer Ort für genussvolle Wanderungen. Im Norden wird das Tal von der markanten Nagelfluhkette begrenzt, deren höchste Erhebung der Hochgrat mit 1832 Metern ist. Namensgebend für den Gebirgszug ist ein Molasse-Konglomerat, das an Naturbeton erinnert und als Nagelfluh bezeichnet wird. Die Leckner Ach schlängelt sich durch das Tal und versorgt es mit frischem Wasser.
Typ: gemütliche Alpwanderung
Dauer: gute dreieinhalb Stunden (hin/retour) Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Lecknertal in der Nähe des Lecknersees
Anmerkung: die Maut/Parkgebühr beträgt vier Euro und wird am Wanderparkplatz eingehoben
Ausrüstung: Wanderschuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung, Tagesrucksack mit Jause und Getränk
Einkehrmöglichkeiten: Alpgasthof Höfle (Lecknertal), mehr Gastrobetriebe in Hittisau
Einst ein wichtiger Verbindungsweg
Ein besonderes landschaftliches Highlight ist der Lecknersee auf Vorarlberger Seite, der 1817 durch eine Hangrutschung entstand und daher geologisch verhältnismäßig jung ist. Historisch diente das Lecknertal als wichtiger Verbindungsweg für Viehtrieb und Handel zwischen Vorarlberg und Bayern und wurde bereits seit dem Mittelalter alpwirtschaftlich genutzt. Aufgrund des rauen Klimas kam es jedoch nie zu einer ganzjährigen Besiedelung.
Heute ist die Region beliebt bei Wanderern und Bikern, die von der abwechslungsreichen Kulturlandschaft sowie den idyllisch gelegenen Alpen angezogen werden. Startpunkt für die heutige Tour ist beim Wanderparkplatz (Mautstraße) von Hittisau kommend. Von dort geht es vorbei am Leckner See und weiter über den Alpgasthof Höfle. Im ersten Abschnitt führt die Route entlang der geteerten, einspurigen Straße, was aber nicht weiter stört, da kaum Verkehr herrscht. Dem Wegweiser Richtung „Scheidwang-Alpe über Alpe Lache“ folgend wird schließlich links auf ein Schottersträßchen abgebogen. Dieser Weg ist nun deutlich abgeschiedener.
Die Grenze zwischen Vorarlberg und dem Allgäu verläuft still und unscheinbar durch das Grün. Nur eine Tafel, die bereits von Gebüsch umrankt ist, weist darauf hin, dass man den heimischen Boden verlässt. Abschnittsweise bewegt man sich auch durch Landschaftsschutzgebiet – Moore und Feuchtwiesen befinden sich in allen Höhenlagen des Naturparks Nagelfluhkette. Die verschiedenen Moortypen zeichnen sich durch eine jeweils für sie eigene Tier- und Pflanzenwelt aus und sind somit kleine Oasen der Artenvielfalt. Eine Charakterart der nährstoffarmen Hoch- und Übergangsmoore, wie man sie im Schutzgebiet findet, ist der Rundblättrige Sonnentau.
Mädesüß, auch als Wiesenkönigin oder Spierstaude bekannt, ist eine heimische Wildpflanze aus der Familie der Rosengewächse, die vor allem auf feuchten Wiesen, an Bachufern und in Gräben wächst. Mit ihren filigranen, cremeweißen Blütenständen, die einen süßlichen, mandelartigen Duft verströmen, war sie früher ein beliebtes Mittel zur Raum- und Bieraromatisierung – daher stammt vermutlich auch der Name „Mädesüß“ (von „Met-süß“, also süßender Zusatz für Met). Schon in der Volksheilkunde wurde sie aufgrund ihrer schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung bei Rheuma, Gicht und Erkältungskrankheiten verwendet. Besonders bemerkenswert ist, dass Mädesüß Salicylate enthält – Stoffe, die chemisch mit der Acetylsalicylsäure (Aspirin) verwandt sind. Tatsächlich war Mädesüß (neben der Weidenrinde) eine der Pflanzen, auf deren Basis Acetylsalicylsäure im 19. Jahrhundert erstmals isoliert wurde. Ökologisch spielt Mädesüß eine wichtige Rolle als Insektenweide: Besonders Schwebfliegen und Käfer werden von dem intensiven Duft der Blüten angezogen. Auch für naturnahe Gärten ist die Staude sehr attraktiv und nützlich.
Fleischfresser auf Moorwiesen
Die Fangblätter der fleischfressenden Pflanze sind mit zahlreichen kleinen Tentakeln besetzt, an deren Enden sich ein klebriges Sekret befindet. Daran bleiben Insekten hängen und versorgen den Sonnentau folglich mit wichtigen Nährstoffen, die diesem in seinem extremen Lebensraum ansonsten vorenthalten blieben. In den feuchten Wiesen finden sich neben dem gut versteckten Sonnentau aber auch noch zahlreiche andere interessante Arten, wie beispielsweise das Mädesüß (siehe Pflanzenporträt). Die Route führt weiter an der Alpe Lache vorbei, in deren Nahbereich sich ein kleiner Moorsee befindet. Danach sind es noch knappe 50 Minuten bis zur Scheidwang-Alpe, welche sich auf der Südseite des Hochgrats befindet. Von dort erschließt sich ein wahres Bergwanderparadies im südwestlichen Oberallgäu. Retour zum Wanderparkplatz geht es über dieselbe Strecke.
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