Die Einigung der Bundesregierung auf eine einheitliche Trinkgeldpauschale lässt die meisten Salzburger Gastronomen besser schlafen: Denn Nachforderungen sind jetzt Geschichte. Es bleibt aber ein bisschen Wehmut, dass überhaupt Abgaben anfallen.
Die Wogen scheinen sich zu glätten: Monatelang wetterten Wirte gegen Nachforderungen von Trinkgeldabgaben. Wie die „Krone“ intensiv berichtete, wurden zig Gastronomen von der Sozialversicherung zur Kasse gebeten: Auf sieben Jahre rückwirkend sollten sie teils horrende Summen an Abgaben nachzahlen. Der Schock war riesig!
Bislang gab es in jedem Bundesland eigene Regelungen – aufs Trinkgeld fällt zwar keine Steuer an, die Sozialversicherung war aber abgabenpflichtig. Die marode Gesundheitskasse hat die Chance gesehen, hier Gelder aus einem rechtlichen Graubereich heraus nachzufordern.
„Wer bezahlt hat, soll das Geld zurückbekommen“
Nun gibt’s eine klare Regelung von ÖVP, NEOS und SPÖ in der Bundesregierung: Österreichweit müssen 65 Euro Pauschale pro Kellner mit Inkasso bezahlt werden – das wird bis 2028 auf 100 Euro erhöht.
Was die Wirte aber so richtig aufatmen lässt: Rückwirkend bis 2021 wird nichts nachgefordert. Die Pauschale ist alles, was künftig zu bezahlen ist, Nachzahlungen sind Geschichte.
Rainer Herbe ist Direktor des Müllner Bräus in Salzburg. Er sagt: „Es ist gut, dass es eine bundesweite, einheitliche Richtlinie gibt und endlich Rechtssicherheit herrscht.“ Ob die Pauschale sinnvoll ist, will Herbe nicht kommentieren.
In ein ähnliches Horn stößt Roman Weißenbacher vom Gasthaus Hager in Hallein: „Eine einheitliche Vorschrift ist gut. Die Summe und die Erhöhung in den nächsten Jahren passt. Aber was ist mit den Wirten, die jetzt Nachforderungen bezahlt haben? Die müssen ihr Geld zurückbekommen.“
Grundsätzlich ist ihm wichtig, dass Trinkgeld steuerfrei bleibt: „Wer gut arbeitet, hat gutes Trinkgeld und soll eben belohnt werden.“
„Zahle mehr Abgabe als Trinkgeld reinkommt!“
Markus Berger vom Gasthaus Webersdorfer in Wals freut sich: „Alles jetzt ist besser als der Stand vorher. Endlich kein Graubereich mehr für uns Wirte und die Kellner. Auch die Steuerfreiheit ist gut – so bleibt die Attraktivität in der Gastro noch gegeben.“
Etwas kritischer ist Josef Hirschbichler von der Walleggalm in Saalbach: „Ich zahle die Abgabe auch für den Koch, der kein Trinkgeld bekommt. Wir haben viele Gäste aus dem Ausland, die geben wenig Trinkgeld. De facto zahle ich mehr Abgabe als wir reinbekommen.“
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