Der All4-Antrieb der Minis sorgt ebenso wie xDrive bei BMW für sensationellen Vortrieb, besonderen Fahrspaß und ein echtes Sicherheitsplus, wenn die Fahrbahn nicht griffig oder schlichtweg eigentlich keine Fahrbahn ist. Die Antriebskraft wird völlig variabel verteilt, im Extremfall sogar zu 100 Prozent an ein einziges Rad, wenn es das einzige ist, das noch Haftung hat.
Warum der Kollege dann trotzdem abgeflogen ist? Ganz einfach: Die Grenzen der Physik kann auch ein Allradantrieb nicht außer Kraft setzen – und in einer zu schnell gefahrenen Kurve ist die Fliehkraft gnadenlos. Auch wenn Allradantrieb das Fahren prinzipiell sicherer macht: Er verleitet viele Autofahrer dazu, schneller zu fahren, als angemessen wäre. "Mit Allradantrieb passieren im Winter deshalb mehr Unfälle als ohne", erklärt Rallye-As Herbert Grünsteidl, der die Strecke ausgewählt und im Vorausauto gesichert hat.
Er war es dann auch, der den "eingegrabenen" Mini mit einem zweiten Paceman per Abschleppseil aus dem Schnee gezogen hat, obwohl praktisch alle Umstehenden damit gerechnet haben, dass ein Traktor zum Einsatz kommen muss.
Die Armada der bayrischen und britischen Allradler
Zehn Mini-Allrad-Varianten (Countryman und Paceman) sind bereits zu haben, alle werden in Österreich gefertigt. Noch viel "allradiger" ist natürlich BMW, wo xDrive für alle Baureihen außer dem Z4 zu haben ist. Insgesamt sind es 112 Modelle (bzw. 96 ohne Automatik). Insgesamt werden mehr als 55 Prozent aller BMWs mit Allradantrieb ausgeliefert; damit sind die Münchner Marktführer im Premiumsegment.
Beim Winter Technic Drive haben die sie wieder einmal gezeigt, wie viel Spaß sie im Schnee machen. Anders als etwa bei Audi oder Mercedes kann man hier generell das DSC (vulgo ESP) komplett abschalten; es greift dann nur ein, wenn ein X-Modell zu kippen droht oder solange man in einem 5er, 6er oder 7er auf der Bremse steht. "In einem BMW wird man das DSC immer ganz abschalten können", ist auch die klare Ansage seitens BMW. Doch sogar die Zwischenstufe DTC (Dynamic Traction Control) lässt herrliche Drifts zu. Sensationell für heikle Bergabfahrten z.B. auf Eis und Schnee ist der Bergabfahrassistent, der auch im Leerlauf funktioniert und per Tempomatknopf ab 5 km/h in Kilometerschritten geregelt werden kann. Vorwärts wie rückwärts. Und besser als einfach per ABS.
Der Unterschied zwischen All4 und xDrive
All4 hat ähnliche Qualitäten wie BMW xDrive, trotz bauartbedingter Unterschiede. Zunächst mal sind die Motoren bei BMW längs, bei Mini quer eingebaut, was unterschiedliche Systeme notwendig macht. xDrive geht vom Heckantrieb aus und schickt zusätzliche Kraft an die Vorderräder, All4 ist frontantriebsbasierend, arbeitet also umgekehrt, in diesem Fall als Hang-On-System. Hier wird per Welle Antriebskraft nach hinten geleitet, wo im Mitteldifferential per Magnetkupplung die Kraft variabel verteil wird. Bei BMW gibt es vorne eine Umleitung an die Vorderachse, quasi "ums Eck", wo der Kraftschluss elektrisch per Stellmotor passiert. Im normalen Fahrbetrieb ist die Kraft bei Mini 50:50, bei BMW gehen 60 Prozent an die Hinterachse, um für den typischen BMW-Charakter zu sorgen. Die Kraft zwischen den Rädern wird bei beiden prinzipiell per Bremseingriff verteilt – außer man fährt ein BMW-Modell mit serienmäßiger oder optionaler Dynamic Performance Control (X6 bzw. X5). Das BMW-Allradsystem wiegt zehn bis 15 kg mehr als das des Mini, das auf 70 kg kommt.
In jedem Fall ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Systemen: Es kann bereits Kraft umverteilt werden, bevor ein Rad durchdreht.










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