Wie Ex-Minister

Auch Grünen-Klubobmann Opfer von Onlinebetrügern

Burgenland
09.03.2026 19:11
Porträt von Burgenland-Krone
Von Burgenland-Krone

Gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit wurden zwei (Ex-)Politiker im Burgenland Opfer von Online-Betrügern. In beiden Fällen ging die Sache noch glimpflich aus – „der organisatorische Aufwand, die Verunsicherung und der Stress bleiben trotzdem“, sagt Grünen-Klubobmann Wolfgang Spitzmüller.

Eine angebliche Lieferung von Trainingsgeräten, die bezahlt werden muss – vermeintlich unterschrieben vom Ex-Minister Norbert Darabos. Ein Rechtsanwaltsbrief an den Grünen-Klubobmann Spitzmüller mit einer Zahlungsaufforderung für einen Einkauf, den er nie getätigt hatte. Gleich zweimal innerhalb weniger Wochen wurden zwei bekannte Burgenländer – wie berichtet – Opfer von Cyberkriminellen. 

Offenbar hatte jemand in seinem Namen eine Halskette bestellt. Das Einzige, was Spitzmüller davon sah, war der Rechtsanwaltsbrief, in dem mehrere Hundert Euro gefordert wurden. Erst mithilfe der Polizei konnte die Sache geklärt werden. Zahlen musste er nichts. Spitzmüller setzt nun noch mehr auf Sicherheit im Internet. „Leider werden die Kriminellen immer professioneller.“

Im Fall von Darabos flog der Schwindel auf, weil ein Funktionär des Sportvereins eines der Betrugsmails erhielt – und später sogar Darabos selbst.

Darabos warnt vor dubiosen Mails in seinem Namen.
Darabos warnt vor dubiosen Mails in seinem Namen.(Bild: Ricardo Herrgott)

Nicht vorschnell handeln
Konsumentenschutz-Referatsleiterin Claudia Pinterich rät, in so einem Fall nicht vorschnell zu zahlen: „Betroffene sollten unberechtigte Forderungen umgehend schriftlich zurückweisen, Anzeige bei der Polizei erstatten und vorhandene Unterlagen sichern. Je schneller reagiert wird, desto besser lassen sich weitere Probleme vermeiden.“ Persönliche Daten sollten nur sparsam weitergegeben werden, betont auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

Sofort Anzeige erstatten
Die Polizei rät, Forderungen umgehend schriftlich und vollständig zu bestreiten, ausdrücklich auf Identitätsmissbrauch hinzuweisen und eine Anzeige zu erstatten. Zusätzlich sollten Betroffene direkt den ursprünglichen Händler kontaktieren, Unterlagen wie Bestelldaten und Lieferadresse anfordern sowie ihre Bonitätsdaten bei Auskunfteien überprüfen und gegebenenfalls unberechtigte Einträge löschen lassen.

Und: Drohungen mit Gericht oder Zwangsvollstreckung sollte man zwar ernst nehmen, diese seien aber ohne gerichtlichen Titel unzulässig.

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