Praktisch täglich trifft in der Redaktion der „Tiroler Krone“ eine Meldung über ein in die Insolvenz geschlittertes Unternehmen ein. An manchen Tagen auch mehrere. Steuern wir auf das nächste Rekordjahr in Sachen Firmenpleiten zu?
„Um hier jetzt schon eine seriöse Prognose abzugeben, dafür ist es noch zu früh“, sagt Klaus Schaller, Regionalleiter West beim Kreditschutzverband von 1870 (KSV), auf Nachfrage. Der Experte meint jedoch, dass „das Insolvenzaufkommen in den vergangenen beiden Jahren auch historisch betrachtet in einem der oberen Regale lag“.
Da sich die Rahmenbedingungen seit Jahresbeginn kaum verändert hätten, rechnet Schaller „aus heutiger Sicht nicht mit einer massiven Veränderung“.
Aus der Vergangenheit wissen wir, dass wirtschaftliche Entwicklungen zumeist erst zeitversetzt in der Insolvenzstatistik Niederschlag finden.

Klaus Schaller
Bild: KSV1870/Die Fotografen
Bauträger zuletzt vermehrt von Insolvenz betroffen
Eine erste Tendenz, in welche Richtung die heurige (Insolvenz-)Reise geht, werde man am 18. März sehen können. An diesem Tag wird die erste hochgerechnete Insolvenzstatistik vom KSV präsentiert werden.
Welche Branchen zu den Hauptbetroffenen zählen werden, bleibt demnach noch abzuwarten. „Im Vorjahr waren es in Tirol die Bauwirtschaft, die Beherbergung/Gastronomie, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen und Verkehr/Lagerei“, sagt Schaller. Und er meint weiter, dass „wir in den vergangenen Wochen beobachten konnten, dass Bauträgergesellschaften vermehrt in die Insolvenz schlitterten“. Grund dafür dürften laut dem Leiter die geänderte Zinssituation und die Eintrübung des Immobilienmarktes sein.

Auswirkungen vom Krieg im Iran erst zeitversetzt
Wie sich der Iran-Krieg auf das Insolvenzgeschehen auswirken wird, lasse sich noch nicht abschätzen. „Aus der Vergangenheit wissen wir, dass wirtschaftliche Entwicklungen zumeist erst zeitversetzt in der Insolvenzstatistik Niederschlag finden. Und es bleibt abzuwarten, wie sich die rechtlichen Anpassungen des Insolvenzwesens im Rahmen des Betrugsbekämpfungsgesetzes 2026 auswirken werden.“
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