7 Sitze mit Verbrenner

Nissan bringt Minivan auf Dacia-Spring-Basis

Motor
09.03.2026 06:10

Es ist noch nicht die Zeit, dass Kinder Briefe ans Christkind schreiben – aber Eltern könnten schon mal ein Mail an die Chefetage von Nissan verfassen: Die Japaner bringen einen Mini-Mini-Van, der sich die Basis mit dem Dacia Spring teilt. Mit Verbrenner! Nur leider nicht bei uns …

Gravite heißt der kleine Siebensitzer. Ja, sieben Sitze! Auf unter vier Meter! Da wird der Platz nicht für sieben ausgewachsene Mitteleuropäer reichen, die auch ein bisschen Komfort gewöhnt sind. Allerdings ist der Nissan Gravite ausschließlich für Indien gedacht. Dort war zwar auch der Tata Nano zu minimalistisch, um Erfolg zu haben, aber wir haben dort schon ganze Familien mit mehreren Kindern auf einem Motorroller gesehen. Insofern …

Aber wer weiß. Wem ein Dacia Jogger – bekannt als Preisbrecher-Raumwunder mit sieben erwachsenentauglichen Sitzen – zu groß oder zu teuer ist, der könnte eventuell auf den indischen Kleinstbus hoffen, der auf dem Subkontinent umgerechnet nur zwischen gut 5000 und 8000 Euro kosten soll. Bei uns in etwa der Gegenwert des Aufpreispakets eine Mittelklasseautos.

Mit knapp vier Meter Länge, 1,73 Meter Breite und 1,64 Meter Höhe hat das alles natürlich seine Grenzen. Wenn alle sieben Plätze besetzt sind, schrumpft der Kofferraum auf eher symbolische 84 Liter. Ohne dritte Sitzreihe wird aus dem Winzling plötzlich ein recht brauchbarer Transporter mit bis zu 625 Litern Stauraum.

(Bild: Nissan)

Basis ist die CMF-A+-Plattform, die auch den Billigstromer Dacia Spring trägt. Nissan ist bekanntlich mit Dacia ebenso verbandelt wie mit Renault und Mitsubishi. 

Komfort für tropische Temperaturen
Der Gravite ist klar auf die Bedürfnisse des indischen Marktes zugeschnitten. Nicht fehlen darf eine kräftige Klimaanlage, die auch bei tropischer Hitze funktionieren soll. Für die zweite Sitzreihe gibt es sogar eine eigene Temperatursteuerung.

Praktisch sind auch zwei gekühlte Ablagen – eine in der Mittelkonsole und eine im Handschuhfach. Perfekt, um 40 Grad Außentemperatur mit Getränken halbwegs erträglich zu gestalten.

Im Cockpit geht es zweckmäßig zu: In den höheren Ausstattungslinien gibt es einen 8-Zoll-Touchscreen fürs Infotainment sowie ein digitales 7-Zoll-Display für die Instrumente.

Modern, aber nicht extravagant
Optisch mischt der Gravite ein bisschen SUV und Minivan. Große Fensterflächen, relativ hohe Karosserie, dazu ein kräftiger Kühlergrill. In den besser ausgestatteten Versionen gibt es LED-Licht rundum und eine Dachreling, die bis zu 50 Kilogramm tragen darf.

(Bild: Nissan)
(Bild: Nissan)

Das Design ist weniger futuristisch als bei manchen europäischen Nissan-Modellen – wirkt aber durchaus modern.

Unter der Haube: solide Basis
Der Antrieb ist bewusst einfach gehalten. Ein Einliter-Dreizylinder ohne Turbo sorgt für Vortrieb. Die Eckdaten: 72 PS und 96 Nm Drehmoment. Das klingt nicht spektakulär – allerdings wiegt der Gravite auch unter eine Tonne. Geschaltet wird entweder per Fünfgang-Handschaltung oder über eine Fünfstufen-Automatik.

Warum kommt er nicht nach Europa?
Bei uns wäre ein so günstiger Siebensitzer vermutlich sofort ein Verkaufsschlager. Jedenfalls theoretisch. Trotzdem stehen die Chancen auf einen Europa-Start derzeit schlecht. Der Gravite ist konsequent auf die Anforderungen und Preisstruktur des indischen Marktes zugeschnitten, inklusive Sicherheitsnormen und Ausstattung.

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