An einigen Urlaubsstränden in Frankreich oder Italien gilt mittlerweile ein Rauchverbot. In Österreich ist das nicht der Fall. Es gibt aber andere Aktionen, um Badeplätze und Freibäder sauber zu halten. Mobile Aschenbecher, sogenannte „TAschenbecher“, sorgen für aufgeräumten Badespaß.
„Beim Müllsammeln waren die Zigarettenstummel immer ein Problem“, erklärt Nicole Eder, Bürgermeisterin von Steinbach am Attersee. Dort gibt es nun durch eine Aktion des Bezirksabfallverbandes Vöcklabruck erstmals mobile Aschenbecher im Strandbad. Diese Aktion ist in Oberösterreich keine Neuheit und hat sich bereits an einigen (Bade)Plätzen bewährt. Beispielsweise im Bezirk Gmunden und im Außenbereich der Eurotherme Bad Schallerbach, wo schon seit zehn Jahren in kleine Becher geäschert wird, wie Patrick Hochhauser, Geschäftsführer der EurothermenRessorts in Oberösterreich, berichtet.
Die ersten 50 Stück der ,TAschenbecher‘ waren gleich weg. Viele werden zurückgegeben und können auch wiederverwendet werden.
Nicole Eder, Bürgermeisterin Steinbach/Attersee
„Wie bei den Gacki-Sackerln bei den Hunden“
Wie die Oberösterreicher zum „Tschick anzünden“ am See und an Badeplätzen stehen, hat die „Krone“ in Urfahr an der Donau und am Pleschinger See in Steyregg erfragt. Von „Ich bin Nichtraucherin, also rieche ich nicht gerne Zigarettenrauch“ (Julia R., 31, aus dem Bezirk Rohrbach) bis hin zu „Solange es in geordnetem Maße und sauber gehalten wird, soll jeder rauchen dürfen, der will“ (Michael Huber, 61, aus Linz Urfahr) war an Meinungen viel unterschiedliches dabei. Worin sich die meisten aber einig sind: Ein rücksichtsloses Umgang mit der Müllentsorgung von Schachteln und Stummeln ist ein Problem.
Beim „Krone“-Lokalaugenschein am Pleschinger See bringt Franz Lohr (63) aus Oberbayern dazu den passenden Vergleich: „Das ist wie beim Wandern, die vollen Flaschen nimmt man gern mit hinauf, die leeren lässt man dann liegen.“ Der Umweltaspekt ist also oft Thema und die „TAschenbecher“ finden Zuspruch. „Das ist wie bei den Gacki-Sackerln bei den Hunden. Wenn man den Leuten die Möglichkeit gibt, ihren Müll richtig zu entsorgen, machen sie das auch“, meint Hannes H. (47) aus Urfahr.
Beliebte Urlaubsstrände werden mittlerweile immer mehr zu rauchfreien Zonen. In Europa betrifft das vor allem Frankreich, Italien und Spanien. Seit 1. Juli dieses Jahres ist es gesetzlich in Frankreich verboten, eine Zigarette an öffentlichen Stränden anzuzünden. Bei einem Verstoß droht eine Geldstrafe von bis zu 135 Euro. In Italien und Spanien gibt es lokale Verbote auf einigen Stränden wie etwa in Bibione, auf Sardinien oder auch in Andalusien. In Österreich gibt es auf Freiflächen und an öffentlichen Badeplätzen aktuell kein rechtlich festgelegtes Rauchverbot. Auch an Spielplätzen fehlt ein bundesweites Verbot, viele Gemeinden und Städte verbieten es jedoch durch lokale Verordnungen. In allen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen und auch in der Gastronomie sieht das anders aus. Dort gilt schon länger ein Rauchverbot.
Was halten die Oberösterreicher von einem generellen Rauchverbot an Seen, wie es etwa seit 1. Juli an Frankreichs Stränden gilt? „Wenn es nach mir gehen würde, soll es ein komplettes Rauchverbot oder wenigstens eigene Raucherstrände geben. Aber mir ist auch klar, dass das unrealistisch ist“, sagt Hannes H. Für nicht realisierbar, aber auch für unnötig, hält es Ernst Gaubinger aus Linz-Urfahr: „Am See sollte es schön und frei sein, ein Verbot wäre eine schlechte Idee. Der eigene Müll gehört entsorgt, aber da kann man sich auch selber helfen. Nicht alles muss reguliert werden, betreutes Denken braucht es nicht!“.
Lisa Lang (15) aus Herzogsdorf hat da eine andere Meinung. Sie betont die Vorbildfunktion für Kinder. Achtlos weggeworfene Zigaretten stoßen ihr sauer auf: „Das ist schon ranzig, wenn die überall liegen.“ Beim Rauchen an Badeplätzen sind die Oberösterreicher zwar geteilter Meinung, nicht aber, wenn es um den Zigarettenmüll geht.
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