GUTEN MORGEN

50 Grad drohen | Die Betroffenen

50 Grad drohen. „Sehr viele stöhnen wegen der Hitze in Österreich. Ich sage euch heute, warum es so heiß ist: Weil wir Sommer haben!“, meint ein Leserbriefschreiber an die „Krone“. Manche applaudieren da wahrscheinlich. Andere finden die gestern gemessenen 38 Grad in Graz, knapp 37 in Wien, 35 in Linz, Innsbruck und Klagenfurt dagegen weniger „normal“ sommerlich, sondern atemberaubend und unnatürlich. Oder, wie Klimaforscher jetzt beweisen: Die 30-Grad-Marke wird in vielen Regionen Österreichs längst um ein Vielfaches öfter überschritten als noch vor wenigen Jahrzehnten. Gottfried Kirchengast, Klimaforscher am Wegener Center der Uni Graz, weiß, dass es keine klare Temperaturgrenze gibt. Er sagt: „Wenn wir noch Jahrzehnte so weitermachen, könnten uns bis zu 50 Grad drohen.“ Es gebe Klimamodelle, die gegen Ende des Jahrhunderts im Sommer sehr häufige Höchstwerte über 40 Grad in Österreich prognostizieren. Ob es im Sommer 30 oder 40 Grad hat – ein lebensbedrohlicher Unterschied!

Nur heiße Luft. Sein erstes „Krone“-Interview als neuer Landwirtschaftsminister wurde für Norbert Totschnig 2022 zum Desaster. Zum Tierwohl wollte er nicht mit unserer Tier-Expertin Maggie Entenfellner sprechen. „Ich bitte um Verständnis, dass ich mich in erster Linie um meine wirklichen Kernbereiche kümmere. Das sind Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Regionen“, sagte er damals unserem Interviewer Michael Pommer. Längst ist Totschnig nicht nur für Land- und Forstwirtschaft, sondern auch für Umwelt und Klima zuständig. Doch wenn er heute Interviews gibt, dann müsste er in Wahrheit weiter um Verständnis dafür ersuchen, dass er sich „in erster Linie“ um Land- und Forstwirtschaft kümmere. Denn zur Klimapolitik liefert er, obwohl zuständig, nicht mehr als heiße Luft. Da sprach er kürzlich davon, dass das österreichische Klimaziel, CO2-Neutralität ab 2040, keine Pflicht, sondern eine „Kür“ sei, was ihm sogar prompt einen Rüffel seines Parteichefs und Bundeskanzlers Christian Stocker eintrug. Gestern, am bisher heißesten Tag des Jahres, schwurbelte er im Ö1-Interview vielfach von „Flexibilität“ bei Klimamaßnahmen und berief sich auf den EU-Klimakommissar, der ihm gesagt habe, man wolle auf die Betroffenen, „also die Wirtschaft und Industrie“, zugehen. Aha. Und wer geht auf uns Menschen, auf unsere Kinder und Kindeskinder zu? Dem Herrn Totschnig muss man wohl sagen: Wir MENSCHEN, wir alle sind vom Klimawandel betroffen. Sogar der Herr Minister.

 

Kommen Sie gut durch den Freitag!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit

Mehr Nachrichten

Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt