30.10.2013 13:49 |

Bus umfährt Fuzo

Mariahilfer Straße: Neue Route für 13A fix

Entscheidung rund um den Konfliktherd Mariahilfer Straße in Wien: Das viel diskutierte Verkehrsprojekt wird geändert. "Ich kann mit großer Freude verkünden, dass wir eine Lösung für den Bus gefunden haben", zeigte sich Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou am Mittwoch sichtlich erleichtert. Künftig wird der Linienbus 13A nicht mehr durch die Fußgängerzone fahren. Stattdessen gibt es eine neue Route durch den 6. Bezirk, die bis zur Kirchengasse im 7. Bezirk führt.

"Ich bekenne mich ausdrücklich zur Fußgängerzone Mariahilfer Straße, nicht nur, weil es im Koalitionsabkommen steht, sondern weil es für das Stadtviertel und auch für die Wirtschaft gut ist", demonstrierte auch Bürgermeister Michael Häupl Einigkeit mit dem Koalitionspartner. Wobei er aber auch anklingen ließ, dass sich seine Begeisterung über die Diskussionen der vergangenen Monate in Grenzen hält.

Ab 18. November fährt der Bus dann über die Gumpendorfer Straße, die Windmühlgasse, die Capistrangasse und ein kurzes Stück in der Begegnungszone der Mariahilfer Straße, wo er - so wie bisher - in die Kirchengasse einbiegt (kleines Bild). Allerdings tut er dies künftig von der anderen Richtung kommend. Später - nach den nötigen Umbauarbeiten - wird die Route noch einmal leicht abgeändert: Dann fährt der Bus durch Gumpendorfer Straße, Amerlingstraße, Bundesländerplatz, Schadekgasse, Windmühlgasse, Capistrangasse und Mariahilfer Straße. Die reine "Mahü"-Fußgängerzone ist für den Öffi-Verkehr gesperrt.

Buslinie 2B wird eingestellt
Die zu einer gewissen Berühmtheit gelangte rote Busspur auf der Fuzo wird vorerst bleiben - da sie ohnehin beim "Mahü"-Gesamtumbau im kommenden Jahr weichen muss. Aber eine weitere Änderung gibt es noch: Die Buslinie 2B wird eingestellt, wie SPÖ-Verkehrssprecher Gerhard Kubik berichtete. Sie sei relativ wenig frequentiert worden, der 13A übernehme nun im Bereich Mariahilfer Straße deren Funktion. Er wird die Haltestelle des dann nicht mehr existierenden 2B bei der U3-Station Neubaugasse nutzen. Auch in der Windmühlgasse wird eine neue Haltestelle eingerichtet.

Querungsmöglichkeit für Individualverkehr
Zudem wird eine Querungsmöglichkeit für den Individualverkehr geschaffen: Ebenfalls ab 18. November können Autos wieder von der Stumpergasse über die Mariahilfer Straße in die Kaiserstraße fahren. Der betreffende Abschnitt liegt am Beginn der äußeren Begegnungszone. Weitere Querverbindungen sind nicht geplant.

Noch keine Einigung in Sachen Radler
Offen ist hingegen noch, ob Radfahrer weiterhin in der Fußgängerzone unterwegs sein dürfen. Derzeit ist dies erlaubt. Die SPÖ ist im Gegensatz zu den Grünen jedoch dafür, die Radler von dort zu verbannen. "Um die Frage zu klären, bedarf es noch genauer Analysen", betonte Häupl. Die Entscheidung soll jedoch relativ bald verkündet werden, hieß es.

Bürgerbefragung für Anfang 2014 geplant
Endgültig wird sich die Zukunft der Straße dann Anfang 2014 entscheiden. Vor dem angekündigten Umbau werden nämlich noch die Anrainer befragt - nicht nur zu Details, sondern auch zur grundsätzlichen Akzeptanz des Projekts, wie am Mittwoch versichert wurde. Der Fragewortlaut liegt noch nicht vor. Vassilakou hofft jedenfalls auf Zustimmung: "Ich glaube nicht, dass sich die Mehrheit wünschen wird, dass der Dauerstau auf der Mariahilfer Straße zurückkommt", sagte sie.

Opposition höhnt, Öffi-Betriebsrat wartet ab
Bei der Opposition stießen die neuen Beschlüsse nicht gerade auf Zustimmung. Nach Ansicht der FPÖ konnte sich die SPÖ gegenüber den Grünen nicht durchsetzen, die ÖVP fürchtet, dass es bald "Adaptierungen der Adaptierungen" geben wird. Die Wirtschaftskammer sieht die Auto-Querung als "ersten Schritt". Der Betriebsrat der Wiener Linien ist hingegen zufrieden, dass der 13A nicht mehr in der Fußgängerzone unterwegs ist. Aber es wird auch klargestellt: Falls sich die neue Strecke nicht für den Busverkehr eignet, wird sie nicht befahren.

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