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Veränderung? Stabilität! | Ehe es finster wird

Veränderung? Nein, Stabilität! Blaue und Grüne einer Meinung – das kommt höchstens alle paar Jahre einmal vor. Aber am Sonntagabend gelangten Vertreter der Blauen wie der Grünen im TV-Wahlstudio von „Krone“ und PULS 24 im Rathaus der Bundeshauptstadt überraschend zur selben Einschätzung: „Die Wiener wählten Veränderung.“ Aha. Dem wäre so manches, um nicht zu sagen: fast alles entgegenzusetzen. Ja, es stimmt schon, die FPÖ hat sich gegenüber ihrem Katastrophenjahr 2020 bei dieser Gemeinderatswahl vorgestern beinahe verdreifacht. Sie hat dabei aber dennoch kaum mehr als die Hälfte der Stimmen der SPÖ erzielt. Und wenn nun die Grünen auf hohem Niveau annähernd stabil bleiben – dann lässt sich daraus auch nicht gerade ein dringender Wunsch nach Veränderung ablesen. In Wahrheit sind die Wiener einerseits eindeutig mehrheitlich links-liberal, andererseits eindeutig konservativ – was ihr Wahlverhalten betrifft. Denn sie stimmten letztlich fast gleich ab wie vor fünf Jahren. Rechnet man die Stimmen der Lager zusammen, dann hat sich zwischen 2020 und 2025 so gut wie nichts verändert – nur innerhalb der Lager kam es zu Verschiebungen. Bei beiden Wahlgängen erreichte das rot-grün-liberale Lager etwa zwei Drittel, das konservativ-freiheitliche das dritte Drittel. Nein, die Wähler wollten an diesem Sonntag alles andere als Veränderung. Sie wollen Stabilität. Wohl ein Urwunsch der Menschen.

Ehe es finster wird. Ein Total-Blackout? So etwas passiert doch in der Realität nie. Schon gar nicht bei uns – das ist vermutlich die Einstellung der meisten Menschen. Und das bildet sich auch in der Antwort auf unsere gestern gestellt Online-Frage, ob man Angst vor einem Blackout habe, ab: Eine satte Dreiviertelmehrheit hat keine Angst. Obwohl wir diese Frage nach dem gestrigen Mega-Blackout in Spanien und Teilen Portugals und Frankreichs gestellt hatten. Dort war der Strom nur für ein paar Sekunden ausgefallen. Was aber stundenlanges Riesen-Chaos auslöste. Denn die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung dauerte ewig. Internetverbindungen waren ebenso unterbrochen wie der Schienenverkehr und die Ampeln. In Madrid wurden die Menschen aufgefordert, „ihre Bewegungen auf ein absolutes Mindestmaß zu beschränken“. Als Ursache konnte ein Hacker-Angriff nicht ausgeschlossen werden. Und ist so ein Blackout bei uns ausgeschlossen? Für gestern konnte APG-Vorstand Gerhard Christiner, der heimische Stromnetz-Chef, Entwarnung geben - das spanische Blackout hatte für Österreich, wo man gut vorsorgt, keine Auswirkungen. Aber der Blackout-Fachleute weisen darauf hin, dass man wieder einmal gesehen habe, wie rasch Chaos entstehen kann und wie wichtig es ist, sich umfassend dagegen zu wappnen. Ehe es auch bei uns finster werden könnte …

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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