Nach dem Engpass ist vor der Terminsuche: Österreichs Großbestellung an Grippe-Impfstoffen kommt doch schneller, als zuletzt befürchtet – ist großteils sogar bereits im Land. Ab nächster Woche können Ersatztermine und neue Impftermine vereinbart werden. „Wir sind über den Berg“, meint SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.
Der Termin war schon ausgemacht, der Arm gedanklich schon frei gemacht. Dann wurden tausende impfwillige Österreicher doch wieder vertröstet, da Österreichs Großbestellung von 868.000 Influenza-Impfstoffen der Marke Influvac – wie berichtet – durch ins Stocken geratenen Lieferketten und Verzögerungen am Weltmarkt betroffen war. Auf diesen Impfstoff baut ein großer Teil der Gratis-Impfaktion. Wie berichtet hatte der Hersteller den Liefertermin für 868.000 Dosen nach Produktionsproblemen nicht mehr zusagen können.
„Wir sind über den Berg“
Eine Lieferung Ende November stand im Raum, obwohl Mitte Oktober ausgemacht war – und obwohl die Grippewelle heuer früher begonnen hat. Jetzt gibt es aber zumindest teilweise gute Nachrichten. Der Druck des Ministeriums auf den Hersteller machte sich bezahlt,. „Wir sind über den Berg“, sagte Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) gestern in Wien, wo sie die ersten angekommenen Chargen besichtigte.
667.000 Dosen bereits im Land
667.000 Dosen sind bereits im Land. 200.000 davon sind schon durch den „Sicherheitscheck“ und in Wien. Die anderen 467.000 Vakzine sollen am Wochenende geprüft werden. Der Rest folgt Anfang November. „Wer auf seine Impfung gewartet hat, soll sie jetzt nachholen können“, meint die SPÖ-Politikerin. Aber wie?
Die Ordinationen werden ab Dienstag, gleich nach dem Nationalfeiertag, beliefert. Praxen, die einen Liefertermin vor dem 27. Oktober hatten, ruft der Logistiker an und vereinbart einen neuen. Ersatztermine gibt es erst, wenn die Lieferung beim eigenen Arzt angekommen ist. Wer seinen Termin verloren hat, braucht zwingend soll ab Mitte kommender Woche in seiner Ordination nachfragen, ob der Impfstoff schon da ist. Dann kann der Termin im Idealfall schnell nachgeholt werden. Wer nicht warten will, hat Alternativen. Den Ersatzimpfstoff Flucelvax, der kurzfristig gekauft wurde, darf ab sofort jeder ab sechs Monaten bekommen.
Appell an die Ärzte
Ganz ausgestanden ist der Engpass ohnehin nicht. Hat der eigene Arzt zu wenig bestellt, kann es dauern: Wegen der großen Liefermengen sind reguläre neue Liefertermine laut Ministerium teilweise auch erst Ende November frei, mitten in der Grippesaison. Ärzte sollen laut Ministerium Zusatzmengen deshalb an bestehende Bestellungen anhängen.
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