„Chiara“-das stand auf diversen Zetteln, die Tochter Isabella ihrem Papa Herbert überall hinklebte. Bis er eines Tages aufgab und das Projekt Kinderbuch endlich startete.
Entstanden sind die Geschichten rund um das Marienkäfermädchen „Chiara“ von 2015 bis 2025. Aber nicht, weil Papa Herbert keine neuen Gute-Nacht-Geschichten für seine Tochter Isabella fand, sondern weil er ihr helfen wollte.
„Ich glaube, jeder Elternteil kennt das. Dass das eigene Kind auf einmal eine Außenseiterrolle einnimmt. Dass es das einzige Mädchen ist, das nicht auf die Geburtstagsfeier eingeladen wird, etwa. Dann versucht man eben seinem Nachwuchs zu sagen: Hey. Du bist nicht die einzige. Das geht ganz vielen Kindern so.“
Schneeweiß Senior illustrierte Chiara
Nachdem er aber keinen lebenden Beweis dafür liefern konnte, erfand er Chiara, ein Marienkäfermädchen, das ganz ähnliche Erlebnisse hatte, wie seine Tochter. Chiara findet schließlich Jorge und Dimitri und entdeckt mit ihren neuen Freunden die Welt. „Meine Geschichten sollen ein stetiger ‚Watte-Produzent‘ sein, der böse Worte und Aktionen von anderen Kindern quasi abfedert“, erzählt Herbert Schneeweiß.
Nachdem Bella auch irgendwann sehen wollte, wie Chiara aussieht und Papa sich nicht wirklich vorstellen konnte, dass er das kann, hat Opa Herbert Senior sie schließlich zum ersten Mal gezeichnet. „Als ich mich mit Hilde Renner zusammengetan habe, hab ich gesagt: Mein Vater hat Chiara gut getroffen. Aber Dimitri und Jorge musst du Leben einhauchen.“
Was sie wirklich großartig schaffte. Jetzt ist das Eisenstädter Buchprojekt – Autor lebt in Eisenstadt, Illustratorin ebenso und im Druckzentrum Eisenstadt wurde es gedruckt – auf dem Markt.
„Nachdem wir eineinhalb Jahre herumgedoktert haben. Da bin ich nämlich Perfektionist“, lacht Schneeweiß. Als solcher kann er aber durchaus zufrieden sein.
Besondere Lese-Stopper
Als erfahrener Papa und Geschichtenerzähler, hat Herbert Schneeweiß auch bemerkt, dass es Stellen gibt, an denen sich die Kinder wieder hochpowern. „Da denkst du, sie schlafen gleich ein und dann liest du weiter. Und zack. Ein falscher Satz und es ist vorbei mit dem Schlaf“, lacht er. Deshalb hat er im Buch sogenannte „Lese-Stopper“ eingebaut. Konkret handelt es sich dabei um kleine Marienkäfer, die gute Vorlese-Enden anzeigen. Damit der Junior dann doch gemütlich einschläft.
Ob es eine Fortsetzung gibt? Herbert Schneeweiß lacht. „Na schauen wir mal. Geschichten gäbe es genug, aber ich bin ehrlich, ich weiß es nicht.“
Na vielleicht kleben ja bald im ganzen Haus Zettelchen mit „Chiara, die Abenteuer gehen weiter!“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.