Die blonde Infantin schlief in den Armen ihrer Mutter und öffnete nur kurz die Augen, als sie von Madrids Erzbischof Antonio María Rouco-Varela die christliche Weihe erhielt. Das Mädchen trug dasselbe Taufkleid, das König Juan Carlos vor 68 Jahren bei seiner Taufe getragen hatte. Der Monarch und Königin Sofía waren zugleich die Taufpaten ihres siebenten Enkelkindes.
Für die Zeremonie wurde eigens Wasser aus dem Jordan eingeflogen. Das mit Gold und Silber verzierte Taufbecken stammt aus dem zwölften Jahrhundert und steht üblicherweise in einem Madrider Kloster. Es wird seit dem 17. Jahrhundert für die christlichen Weihen der direkten Nachfahren der Königsfamilie benutzt, zuletzt bei der Taufe von Kronprinz Felipe am 5. Februar 1968.
Die Taufe der kleinen Leonor fand im Kreise der Familie in der mit Blumen geschmückten Empfangshalle des Palastes statt. Geladen waren lediglich Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und andere hohe Vertreter des Staates sowie das Ärzteteam, das die Geburt betreut hatte.
Per Kaiserschnitt zur Welt gekommen
Die Tochter von Kronprinz Felipe und Letizia war am 31. Oktober per Kaiserschnitt in einer Madrider Klinik zur Welt gekommen. Sie steht in der Thronfolge nach ihrem Vater an zweiter Stelle. Felipe und Letizia hatten im Mai 2004 geheiratet. Der Kronprinz hatte damals erklärt, er wünsche sich "mehr als zwei, aber weniger als fünf Kinder".
"Prinzessin von Asturien"
Leonor wird als künftige Thronfolgerin den Titel "Prinzessin von Asturien" erhalten, sobald ihr Vater König sein wird. Sie könnte jedoch nach der geltenden Regelung noch vom zweiten Platz der Thronfolge verdrängt werden, wenn Felipe und Letizia später einen Buben bekämen. Nach der spanischen Verfassung haben in der Thronfolge Buben Vorrang vor Mädchen.
Allerdings hat die spanische Regierung zugesichert, diese Regelung zu ändern und in der Erbfolge des Königshauses die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen einzuführen. Dazu ist jedoch eine komplizierte Änderung der Verfassung erforderlich.
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