Vandalenakt in Kirche

Opferstock zertrümmert: „Wer macht denn so etwas?“

Salzburg
02.10.2026 07:00

Bislang Unbekannte wüteten in der Kuchler Pfarrkirche in Salzburg. Am helllichten Tag zerstörten sie einen massiven Operstock aus feinstem Marmor. Die Täter konnten flüchten – zurück bleiben große Schäden, Unverständnis und ein völlig fassungsloser Diakon ... 

„Das ist doch ein Kunstwerk. Wie kann man denn da so gar keine Ehrfurcht haben ...?“, schüttelt Diakon Klaus Leisinger den Kopf und blickt auf den völlig zerstörten Opferstock der Kuchler Pfarrkirche. Das massive Gebilde aus Adneter Marmor liegt seit mehreren Tagen am Kirchenboden – in Stücke gerissen und wohl irreparabel. „Wer macht bitte so etwas?“, fragt sich Leisinger.

Fakt ist: Der Vandalenakt muss am Dienstag passiert sein. „In der Früh fand eine Messe statt, danach war der Kirche selbstredend für Gläubige offen“, meint der Diakon. Eine Kuchlerin besuchte das Gotteshaus am Vormittag und fand den kaputten Opferstock. Sie schlug sofort Alarm, Pfarrmitarbeiter meldeten den Vorfall bei der Polizei.

Der massive Opferstock ist in zwei Teile zerbrochen.
Der massive Opferstock ist in zwei Teile zerbrochen.(Bild: Andreas Tröster)

„Die Täter müssen wirklich gewaltvoll vorgegangen sein, dass sie das schwere Kunstwerk so einfach umschmeißen können und der dann auch noch zerbricht“, sagt der Diakon. Besonders bitter: Sämtliche Spenden des Opferstocks sind verschwunden. Die Pfarre sammelt diese explizit für den Bau einer neuen Orgel. „Ein bisschen Geld war sicherlich drinnen, wir leeren die Spenden alle zwei bis drei Wochen aus“, meint Leisinger.

„Sie müssen sich ihrer Sache sehr sicher gewesen sein“
Eine Überwachungskamera gibt es in der Kirche selbstredend nicht, alarmgesichert ist lediglich der Altarraum. Der Opferstock befindet sich direkt an einem Seiteneingang. „Sie müssen sich ihrer Sache also wirklich sehr sicher gewesen sein“, kann es der Diakon immer noch nicht fassen.

Die Kirchentüren werden trotz des Vorfalls auch weiterhin untertags nicht abgesperrt.
Die Kirchentüren werden trotz des Vorfalls auch weiterhin untertags nicht abgesperrt.(Bild: Andreas Tröster)

Laut Polizei gibt es derzeit keinerlei Hinweise, wer für den Zerstörungsakt verantwortlich ist. Man gehe jedenfalls davon aus, dass es den Täter rein „um Sachbeschädigung gegangen“ sei und sie es nicht „auf Geld abgesehen hatten“, heißt es. Eines ist für Diakon Leisinger jedenfalls klar: „Unsere Kirche bleibt untertags weiterhin geöffnet.“

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