„Nazi-Hintergrund“

Jüdische Gemeinde fordert Rücktritt von Rosenkranz

Innenpolitik
04.03.2025 13:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Präsident der Israelitische Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, fordert den Rücktritt von FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz. Hintergrund ist die Affäre rund um dessen Ex-Büroleiter Rene Schimanek. 

Gegen Schimanek wird wegen Verstößen gegen das Verbots und -Waffengesetz ermittelt. Rosenkranz nahm Schimanek stets in Schutz. Am Freitag wurde bekannt, dass Schimanek – nach weiteren Vorwürfen – schließlich doch gehen musste.

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Österreich kann sich keinen Nationalratspräsidenten mit Kellernazi-Hintergrund leisten.

Oskar Deutsch, Präsident der Israelitische Kultusgemeinde

NS-Devotionalien, Waffen und Munition bei Schimanek gefunden
Von den Grünen veröffentlichte angebliche E-Mails Schimaneks sollen unter anderem belegen, dass er Kontakte zu den rechtsextremen deutschen „Sächsischen Separatisten“ unterhalten hat. Am ehemaligen Hauptwohnsitz Schimaneks in Langenlois fand die Polizei NS-Devotionalien, Waffen und Munition. Der Grund hätte der deutschen Gruppe auch als Rückzugsort dienen sollen, so der Verdacht.

Für den IKG-Präsidenten ist unverständlich, weshalb Rosenkranz seinen Mitarbeiter, auch nach dessen Rücktritt, in Schutz nahm: „Damit kann es nicht erledigt sein! Österreich kann sich keinen Nationalratspräsidenten mit Kellernazi-Hintergrund leisten. Herr Rosenkranz sollte sofort zurücktreten!“so die scharfen Worte Deutschs.

Oskar Deutsch
Oskar Deutsch(Bild: APA/FLORIAN WIESER)

Rosenkranz sei weder geeignet, den Vorsitz im Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus zu führen, noch dem Nationalrat vorzustehen. Eine Gesetzesänderung, die die Wahl des Vorsitzenden des Nationalfonds regeln soll, hält der IKG-Präsident auch unabhängig von einem Rücktritt Rosenkranz‘ für sinnvoll.

Deutsch begrüßt Dreierkoalition
Er trat schon in den vergangenen Wochen und Monaten als lauter und vehementer Kritiker der FPÖ auf. Über die Bildung einer Koalition ohne freiheitlicher Beteiligung zeigte sich Deutsch erfreut: „Wir wünschen Bundeskanzler Christian Stocker, Vizekanzler Andreas Babler und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sowie dem gesamten Regierungsteam viel Erfolg!“

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