Drohung frei erfunden

FPÖ macht mit Fake-Mail Stimmung gegen Migranten

Oberösterreich
15.02.2026 10:00

Die Freiheitlichen in Oberösterreich veröffentlichten einen Drohbrief mit vermeintlichem Islam-Hintergrund aus einem Landesspital, der die schlimmen Zustände drastisch aufzeigen soll und forderten auf dieser Basis Einschränkungen bei Gesundheitsleistungen für Migranten. Nur: Die Drohung war frei erfunden.

Der freiheitliche Landesobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner bekam diese Woche viel Aufmerksamkeit: Bei einer Pressekonferenz zeigte er am Donnerstag Wege auf, wie die Finanzierung des Gesundheitssystems sichergestellt werden könnte – etwa mit einer eigenen Krankenkasse für Migranten aus dem nicht-europäischen Ausland, die für die Beiträge selbst aufkommen müssen. Geht es sich mit der Übernahme der Leistungen nicht aus, können eben nur Notfälle behandelt werden, so Haimbuchners Forderung.Im Brief heißt es:

In der E-Mail heißt es: „Lang lebe der Islam“ 
Ganz generell machen die Freiheitlichen auch die Einwanderungswelle seit 2015 dafür verantwortlich, dass es in den Ambulanzen in den oberösterreichischen Krankenhäusern drunter und drüber gehe – bis hin zu Handgreiflichkeiten gegenüber dem Pflegepersonal und den behandelnden Ärzten. Um die aktuelle Lage in den Spitälern darzustellen, veröffentlichte die FPÖ auch einen Drohbrief, der per E-Mail an mehrere Spitäler der Oberösterreichischen Gesundheitsholding gegangen ist.

„Ich werde alle umbringen“
Darin heißt es ganz konkret: „Meine Mutter starb (...) in diesem verdammten Krankenhaus. Sie haben versagt. Ihr habt versagt. Ich will kein Mitleid. Ich will keine leeren Worte. Ich will nur eins, dass jeder spürt, was ich fühle. Lang lebe der Islam“ Ein paar Zeilen weiter steht dann: „Ich schreibe diesen Text im Krankenhaus – genau dort, wo sie mich liegen ließen. Allein. Ich werde (...) mit einer Pistole ins Krankenhaus kommen und alle umbringen. Jeder soll fühlen, was ich gefühlt habe.“

Der vermeintliche Drohbrief mit Islam-Hintergrund wurde von einem Deutschen verfasst.
Der vermeintliche Drohbrief mit Islam-Hintergrund wurde von einem Deutschen verfasst.(Bild: Krone kreativ)

FPÖ sieht Beweis für die Lage in den Spitälern
Zugegeben: Das ist wirklich eine krasse Drohung, die normalerweise sofort die Polizei mit Spezialkräften anrücken lässt. Alarmiert war von dieser Drohung, die im August 2025 gesetzt wurde, allerdings nur die FPÖ. Haimbuchner präsentierte diese Zeilen als Beweis dafür, wie es wirklich in den Krankenhäusern zugehe: „Gott sei Dank folgten dieser Ankündigung keine Taten, aber es zeigt, wie sehr sich die Lage in unseren Spitälern verändert hat“, so Haimbuchner.

Er mag damit grundsätzlich recht haben, immerhin sind mittlerweile Securitys notwendig, um allzu aufdringliche und gewalttätige Leute im Zaum zu halten. Vor der E-Mail-Drohung musste sich aber niemand fürchten – denn sie war reiner Fake, was Polizei und Staatsanwaltschaft auch rasch klären konnten.

Hinter der Drohung steckt laut der Linzer Staatsanwältin Ulrike Breiteneder ein 2009 geborener Jugendlicher aus dem Raum Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt (D). Er drohte Spitälern in der Steiermark, in Salzburg und eben auch in Oberösterreich und konnte rasch ausgeforscht werden.

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